In den letzten Wochen wurde die Diskussion um die Stromtrasse "P44" beziehungsweise deren Alternative "P44 mod." durch Spekulationen wieder angeheizt. Für Landrat Klaus Löffler (CSU) ein dringlicher Grund, den Antrag der SPD-Kreistagsfraktion kurzfristig noch auf die Tagesordnung des Kreisausschusses zu setzen. Es fehlten bislang einfach grundlegende Informationen. "Ist bei all der Diskussion um die Stromtrasse der Landkreis Kronach überhaupt betroffen?", fragt der Landrat. "Es gilt das, was im Plan steht", antwortet Wolfgang Puff, Geschäftsführer der WSE (Wirtschafts- und Strukturengesellschaft Landkreis Kronach).

Anhand des ersten Entwurfs des Netzentwicklungsplans, der von den vier Übertragungsnetzbetreibern entwickelt wurde, erläuterte Puff dem Kreisausschuss die aktuelle Situation.

Mit der "P44" würde ab Schalkau (Thüringen) eine neue Stromtrasse gebaut werden, die direkt nach Grafenrheinfeld führt. Diese Variante gehe durch große Teile des Landkreises Coburg; der Kreis Kronach bleibe verschont.


Was ist mit der Alternative?

Der Alternativplan "P44 mod." sieht vor, statt einem Neubau die Bestandstrasse von Schalkau über Redwitz (Kreis Lichtenfels) bis nach Ludersheim bei Nürnberg auszubauen. Der Netzbetreiber müsste dafür die bestehende Leitung ab der bayerisch-thüringischen Grenze aufrüsten. Wie Wolfgang Puff auf Nachfrage bei dem Pressesprecher von Tennet (Übertragungsnetzpartner für Mitteldeutschland) herausfand, sei das grundsätzlich machbar. Allerdings müssten dafür die Strommasten durch größere ersetzt werden. Es sei nicht sinnvoll, den Strom zunächst nach Süden zu führen, wenn er nordwestlich in Grafenrheinfeld gebraucht wird.

Doch egal welche Stromtrasse kommt: "So wie die aktuellen Pläne sind, ist der Kreis Kronach von keiner Variante betroffen", resümiert Puff. Richard Rauh (SPD) ist es wichtig, dass dieses Thema weiter begleitet wird. "Wir müssen aufpassen, dass sich da nicht doch noch etwas ändert."



Weitere Themen im Kreisausschuss

VHS-Gebäude Sabine Porzel und Andre Völk vom Architekturbüro Spindler haben das Raumprogramm näher beleuchtet. Vor dem Glasanbau am VHS-Gebäude, der bereits vorgestellt wurde, soll eine große Terrasse mit Sitzstufen und einem barrierefreien Zugang zum Gebäude errichtet werden. Das Raumprogramm wurde soweit mit der VHS bereits abgestimmt.

Im Neubau sollen ein Treppenhaus, ein Aufzug, ein Begegnungsraum und die Verwaltungsräume ihre neuen Plätze finden. Ins bestehende Gebäude kommen verschiedene Seminarräume und die Toiletten. Im Außenbereich sollen alte Bäume erhalten bleiben, ein freies Klassenzimmer gestaltet werden und 30 Parkplätze entstehen. "Mitte Februar wird nochmal alles besprochen, damit wir dann so schnell wie möglich, den Antrag bei der Regierung von Oberfranken stellen können", erklärt Porzel. Das dauere auch nochmal vier bis sechs Monate. Ein Baubeginn wäre laut Andre Völk im Frühjahr 2018 denkbar. Dieses Jahr werde es noch voll um die Planung gehen.

Behindertenbeauftragter Nach einer Beschlussvorlage soll der ehrenamtlich tätige Behindertenbeauftragte des Landkreises ab sofort eine höhere, monatliche Aufwandsentschädigung bekommen. Statt 150 nun 200 Euro. Der Beschluss wurde bestätigt.

Haushaltsentwurf Besonders ein Aspekt aus den Haushaltsentwurf erfreut alle Beteiligten: Die Kreisumlage wird um zwei Punkte reduziert. Dabei handelt es sich um Zahlungen, die Städte und Gemeinden an den Landkreis zahlen müssen, um dessen Finanzbedarf teilweise zu decken. Für die Gemeinden ein großes Ersparnis. Insgesamt hat der Kreis ein Gesamthaushalt von 75,5 Millionen Euro. Im Haushaltsentwurf sind laut Kreiskämmerer Günther Daum Investitionsmaßnahmen von rund 12,4 Millionen Euro veranschlagt. Die Neuerrichtung des Atemschutzzentrums mit 1,5 Millionen Euro, neue Feuerwehr-Fahrzeuge im Wert von 250 000 Euro sowie 60 000 Euro für die Sanierung der Festung Rosenberg sind nur drei von vielen Projekten, die für 2017 veranschlagt sind.

Für die Kreisstraße zwischen Hirschfeld und Windheim sowie für die Ortsdurchfahrt Teuschnitz sind jeweils Mittel in Höhe von einer Million Euro eingeplant. Für den Radweg bei Gifting, der Ortsdurchfahrt Hummendorf und für die Kreisstraße an der Landkreisgrenze zu Hof nach Neuengrün sind Planungskosten vorgesehen. Auch für die Aufwertung des Naherholungsgebietes Ölschnitzsee wurden Mittel eingeplant. "Einen Entwurf gibt es bereits. Den müssen wir jetzt aber erst mit dem privaten Investor abstimmen", erklärt Klaus Löffler.
Zum Schluss blickt Daum auf 2016 zurück. Das Investitionsvolumen belief sich auf rund zwölf Millionen Euro. Umgesetzt wurden die Sanierungen am Kaspar-Zeuß-Gymnasium, am Fachklassentrakt des Schulzentrums sowie am Kreiskulturraum. Mitte 2016 konnte mit dem Bau des Atemschutzzentrums begonnen werden und die Ortsdurchfahrt Steinberg sowie die Kreisstraße bei Gifting wurden fertig gestellt.

Insgesamt sei 2016 ein gutes Jahr gewesen. Trotz vieler Investitionen sei mit einem Überschuss von vier Millionen Euro zu rechnen, meint Löffler.