Michael Gödel ist der Bürgermeisterkandidat der Freien Wähler Weißenbrunn. Der Polizeibeamte hat die Vorteile seiner Heimat entdeckt und diese will er ausbauen.

Grundsätzlich habe Weißenbrunn eine gute Infrastruktur, stellt der dreifache Familienvater bei einem Gespräch fest. Vorhanden seien Ärzte, Apotheke, Nahversorgung, Gastronomie. In weniger als 30 Minuten erreiche man oberfränkische Kreisstädte und die Autobahnen. Dies alles gelte es in Zukunft zu erhalten.

Der 36-Jährige war beruflich in verschiedenen bayerischen Regionen als Polizeibeamter im Einsatz. Dadurch habe er Vergleiche ziehen können und dadurch sei ihm bewusst geworden, wie schön sein Heimatdorf sei, erzählt er.

Erst im vergangenen Jahr ist Michael Gödel den Freien Wählern beigetreten. Mehr aus Spontanität heraus habe er sich im November der Bürgermeisterkandidatur gestellt. "Ich wollte den Weißenbrunnern neben den bereits beiden nominierten Kandidaten noch eine weitere Alternative bieten!"

Michael Gödel hat klare Vorstellungen, welche Maßnahmen und Projekte im Falle seiner Wahl auf seiner Agenda stehen werden. Ein Schwerpunkt sei für ihn, Familien anzusiedeln. Es soll ein Konzept erstellt werden, welche Baugebiete man ausweisen beziehungsweise wie Leerstände genutzt werden könnten. Die Gemeinde müsse als Vermittler zwischen Eigentümern und Kaufinteressenten fungieren. Weiterhin schwebt ihm die Einführung eines Geburtengeldes in Form von Gutscheinen vor, die in den heimischen Geschäften und in der Gastronomie eingelöst werden könnten. "Das würde die Kaufkraft in der Gemeinde stärken!" Auch für den Bereich Pflege macht sich Michael Gödel stark. Durch die Initiative der Freien Wähler habe bereits ein privater Investor gewonnen werden können, der im Bereich Pflege in der Gemeinde investieren wird.

Aufgeschlossen ist Michael Gödel auch gegenüber erneuerbaren Energien. Vor allem kann er sich mehr Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden vorstellen. "Photovoltaik auf Dächern ist schöner als auf breiten Flächen!", meint er. "Dies kommt dann auch meinen Bienen entgegen", äußert der Hobbyimker. Auch der Bau von Windrädern sei in diesen Plan mit einzubeziehen. In Gössersdorf seien bereits mehrere neue Windräder genehmigt. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und der Vorschriften bezüglich Abstandsflächen werden mehr Windräder nicht drin sein, mutmaßt er.

Zu einem attraktiven Lebensumfeld gehören für Michael Gödel Arbeitsplätze und Freizeiteinrichtungen. Es sei wichtig, dass ein Gemeindeoberhaupt in regelmäßigem Kontakt mit seinen Unternehmern und Gewerbetreibenden stehe. Denn diese seien es, die Risiken eingehen, Gewerbesteuern bezahlen und Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Betriebsbesichtigungen sowie drei bis vier Unternehmerstammtische pro Jahr hält Gödel daher für notwendig.

Er weiß, dass die Ausweisung von größeren Gewerbegebieten aufgrund der geographischen Lage und der Tatsache, dass viele Flächen als Überschwemmungsgebiete ausgewiesen sind, schwierig sein werde. Deshalb müssten für Kleinunternehmer und Dienstleister Anreize geschaffen werden.

Im Freizeitbereich ist für Michael Gödel ein Trimm-Dich- beziehungsweise Walking-Pfad rund um Weißenbrunn ein Thema. "Wir haben eine schöne Landschaft mit schönen Ausblicken!" Auch sollte über die Realisierung eines Freizeitzentrums und eines Mehrgenerationenspielplatzes zwischen Schwimmbad und Turnhalle nachgedacht werden.

Apropos Schwimmbad. Anerkennende Worte findet er für die Leute, die vor Jahren - nachdem die Gemeinde den Unterhalt für das Schwimmbad nicht mehr stemmen konnte - diese Aufgabe übernahmen. Es waren die Bürger, die angepackt und den Schwimmbadverein gegründet haben. Ohne deren Engagement gäbe es in Weißenbrunn kein Schwimmbad mehr.

Überhaupt sind für Michael Gödel das Ehrenamt und die Vereine wichtige Säulen für ein aktives Gemeindeleben. Für ihn ist es ein Anliegen, die einzelnen Vereine mehr zueinanderzuführen. "Was spricht dagegen, wenn mehrere Vereine zusammen ein Fest durchführen?" Auch sollten die Ehrenamtlichen mehr Beachtung finden, beispielsweise bei Ehrungsveranstaltungen und Prämierungen.

Berufliche Schnittstellen

Obwohl Michael Gödel keinerlei kommunalpolitische Erfahrungen vorweisen kann, ist er überzeugt: "Ich kann es!" Er spricht von Schnittstellen zwischen seinem jetzigen Beruf als Polizeibeamter und Bürgermeister. In beiden Berufen sei man Sprachrohr und auch Ansprechpartner. Bei Problemen suche man nach Lösungen. Allerdings, so räumt er ein, sei ein Bürgermeister auf sein Gremium und auf seine Verwaltung angewiesen. "Es ist vieles einfacher, wenn das Miteinander stimmt". Alles andere könne man lernen. "Entscheidend ist der Wille und dass die Familie hinter dem steht!" Für ihn sind die Bürgermeisterkandidatur und das Amt Herausforderungen, die er meistern will.

Michael Gödel und sein Team sind derzeit bei Wahlkampfveranstaltungen in Weißenbrunn und den Ortsteilen zu sehen und zu hören. "Ich will alle Bürger kennenlernen, denn ich muss mehr als meine beiden Mitbewerber machen!", meint Gödel. Mittlerweile hat er auch einen kleinen Eindruck bekommen, was den Bürgern auf dem Herzen liegt. Beispielsweise wünschen sich die "Grüner" endlich ein funktionierendes Handynetz. Die Gössersdorfer fürchten, dass noch mehr Photovoltaikanlagen auf den Feldern gebaut werden, und immer wieder werden die schlechten Straßenzustände angesprochen.

Bedauern äußert er, dass es zu keiner Podiumsdiskussion mit seinen beiden Mitbewerbern kam. Bei so einer Veranstaltung wären sicherlich viele Weißenbrunner anwesend gewesen, ist er überzeugt. Michael Gödel geht von einer Stichwahl aus. "Ich wäre da gerne dabei!" Und: "Es wäre schön, wenn ich diese für mich entscheiden könnte!"