"Einfach drehen", sagt Hubert Ruß, Bäckermeister aus Tettau, und meint damit den Teig, den ich in Händen halte und aus dem ein Wurzelbrot werden soll. Klar, ganz einfach - backen kann ja jeder. Die Frage ist nur, wie und noch vielmehr womit.

Genau das ist der Grund für den heutigen Tag, den Tag des Brotes. Zum zweiten Mal gibt es ihn in Deutschland, initiiert vom Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks, um die Bevölkerung mehr an das Handwerk eines Bäckers heranzuführen. Und auch, damit die Verbraucher das Brot mehr zu schätzen wissen. Gutes Brot natürlich.

"Wir müssen anders sein als die Discounter", sagt der Bäckermeister und deshalb sucht er auch stets, wenn er unterwegs ist, nach neuen Zutaten.
Da gibt es das Wurzelbrot schon mal auch mit schwarzen Oliven und rotem Hawaiisteinsalz oder als Ring mit Paprika und Chili.

Er erzählt, was ein gutes Brot ausmacht (siehe Infokasten). Doch das Allerwichtigste für einen Bäcker: die Zeit. "Zeit ist Geschmack", sagt Ruß. Die Vorteige für seine Weizenbrote macht er beispielsweise ein bis zwei Tage bevor sie gebacken werden, so dass der Teig Zeit hat zu gären. Ob bei dieser Vorbereitung der Handwerksberuf immer noch so ist, dass der Bäcker nachts in seiner Backstube steht und nachmittags frei hat? Ja, sagt Hubert Ruß. Denn die Tagesproduktion sei meist zwischen 9 und 10 Uhr beendet, danach könne er noch bis Mittag die Teige vorbereiten und dann schließlich selbst in eines seiner Brote - 20 bis 25 Sorten hat er - beißen. Welches er am liebsten mag? "Zum Frühstück gibt es nichts besseres als ein Vollkornbrot", antwortet er und lächelt.