Es ist ein Novum. Die Polizeiinspektion Ludwigsstadt wird zum ersten Mal von einer Frau geleitet. Am Mittwoch wurde Antje Düthorn im historischen Rathaussaal offiziell als neue Dienststellenleiterin in ihr Amt eingeführt. Gleichzeitig wurde ihr Vorgänger Markus Löffler verabschiedet. Dieser übernahm im Dezember 2019 den Posten des stellvertretenden Dienststellenleiters der Polizeiinspektion Kronach.

Zahlreiche hochrangige Persönlichkeiten aus Polizei, Justiz, Behörden waren anwesend. "Sie waren für die Sicherheit der Bewohner in dieser Region verantwortlich, Sie haben das gut gemacht", lobte der Polizeipräsident Alfons Schieder das Wirken von Markus Löffler in Ludwigsstadt. Oberfranken verzeichne eine sehr gute Sicherheitslage und eine hohe Aufklärungsquote. Diese Leistungen seien auch auf die PI Ludwigsstadt zurückzuführen.

Beeindruckt zeigte sich Schieder von der neuen Polizeichefin. Er erinnerte an das Bewerbungsgespräch. Trotz einer gewissen Nervosität habe sie sich selbstbewusst geäußert: "Ich will die Dienststelle leiten - ich traue mir das zu!" Das habe ihn beeindruckt. Er, so Markus Löffler in seiner Rede, möchte die Zeit in Ludwigsstadt nicht missen. Seit 2014 hatte er die Leitung inne. Aus seiner Sicht sei die Zusammenarbeit während dieser Zeit mit Behörden, Jusitz und Wohlfahrtsorganisationen gut und konstruktiv gewesen.

"Es ist an der Zeit, etwas Neues zu beginnen", meinte Antje Düthorn. Jeder Neuanfang sei aber auch mit einem Wagnis verbunden. Die Polizeihauptkomissarin erinnerte an ein Gespräch, das sie mit einem Kollegen vor 20 Jahren geführt habe. Damals, so meinte sie schmunzelnd, sei ihr Ziel gewesen, erste oberfränkische Polizeipräsidentin zu werden. Soweit habe sie es zwar nicht geschafft, aber immerhin habe sie das Vertrauen erhalten und könne eine kleine Dienststelle übernehmen. Markus Löffler habe mit Pflichtbewusstsein ein Höchstmaß an Sympathien hinterlassen, würdigte sie die Leistungen ihres Vorgängers. Die dreifache Mutter betonte aber auch, dass sie einen eigenen Führungsstil praktizieren werde.

Sowohl Landrat Klaus Löffler als auch Bürgermeister Timo Ehrhardt, der in Vertretung aller Rennsteigbürgermeister sprach, bedankten sich bei Löffler für die gute Zusammenarbeit. Antje Düthorn sei eine würdige Nachfolgerin, meinte Ehrhardt.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Bernhard Lieb bezeichnete Löffler als einen geschätzten PI-Leiter mit viel Sachverstand. Löffler habe das Gespür für Beurteilungen schwieriger Gefahrensituationen. Der Personalratsvorsitzende Jürgen Köhnlein freute sich, dass nun mit Antje Düthorn eine Frau die Möglichkeit bekommen habe, eine Polizeidienststelle zu leiten. 11,3 Prozent betrage der Anteil der Frauen bei dritter und vierter Führungsposition bei der Polizei. Dieser könne durchaus steigen.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Bläsergruppe der Polizei in Bamberg.

Markus Löffler begann im Jahr 1981 seine Laufbahn bei der Bayeischen Polizei. Stationen waren bei der damaligen Grenzpolizei am Flughafen München-Riem, bei der Grenzpolizeistation Neustadt/Coburg und Ludwigsstadt. Mit wenigen Unterbrechungen war er dieser Dienststelle treue, die nach dem Wegfall der innerdeutschen Grenze zur Polizeiinspektion umbenannt wurde. Seit 2014 war der dort Leiter.

Der berufliche Weg von Antje Düthorn führte nach dem Direkteinstieg in den gehobenen Polizeivollzugsdienst zunächst zur PI Nürnberg-Süd, anschließend 13 Jahre zur Kriminalpolizei. In dieser Zeit erfolgte ihre Versetzung zum Polizeipräsidium Oberfranken. Im Jahre 2013 kehrte die dreifache Mutter in den uniformierten Polizeidienst zurück und übernahm die Leitung einer Dienstgruppe zunächst in Kronach, dann bei der PI Kulmbach.

Bekenntnis zur PI Ludwigsstadt

Sie ist klein, aber auch fein und soll eine eigenständige Polizeiinspektion bleiben. Der Polizeipräsident Alfons Schieder nahm in seiner Rede Stellung zu den immer wieder aufkommenden Diskussionen um den Fortbestand der Inspektion Ludwigsstadt. Er richtete einen Appell an die Verantwortlichen und Bürger: "Seid selbstbewusster, setzen Sie die Polizeiinspektion Ludwigsstadt als gegeben voraus!"

Die über 20 Beschäftigten in der Dienststelle setzten sich rund um die Uhr für die Sicherheit der Bevölkerung ein, meint er. Zwar würden verschiedene Funktionen in Personalunion übernommen, aber das funktioniere als hervorragend.

Er erinnerte an den Besuch des Innenministers Joachim Herrmann und des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow in Ludwigsstadt anlässlich der 30-jährigen Grenzöffnung am Falkenstein im November 2019. Auch damals wurde der Erhalt der PI Ludwigsstadt von Herrmann zugesichert. Die PI Ludwigsstadt, so erklärte Schieder, sei für Ludwigsstadt, Steinbach, Pressig, Tettau, Nordhalben, Reichenbach und Tschirn und somit für die Sicherheit von 18 000 Einwohnern zuständig. Jetzt gehe es auch darum, eine länderübergreifende Zusammenarbeit der Polizei zu intensivieren. Im Frühjahr sollen dazu Gespräche geführt werden.