Die diesjährige Aktionswoche der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) vom 7. bis 11. Juni stellt die Menschen hinter den Schulden in den Fokus, wie Dekanin Kerstin Baderschneider aus Kitzingen in einem Presseschreiben mitteilt.

Schulden können Menschen erdrücken. Viele ziehen sich zurück – aus Scham oder aus Resignation. Wer gibt auch schon gerne zu, dass er pleite ist? In Deutschland sind laut dem Schuldner Atlas 2020 etwa 6,85 Millionen Personen von Überschuldung betroffen. Auslöser seien oft Ereignisse wie der Verlust des Arbeitsplatzes, oder – wie aktuell während der Pandemie – ein geringeres Einkommen durch Kurzarbeit. Überschuldung treffe nicht nur Gruppen wie Grundsicherungsempfänger oder sogenannte bildungsferne Haushalte. Jeder könne betroffen sein. 

Viele trauen sich gar nicht erst in die Beratung

Die Stigmatisierung von Schuldnern sei immer noch ein großes Problem, so das Presseschreiben weiter. Allein der Begriff sei bereits problematisch: Schuld. Viele Ratsuchende trauen sich gar nicht erst in die Beratung und die, die sich trauen, verfallen zu Beginn oft in eine rechtfertigende Haltung. Sie versuchen Situationen und Auslöser zu erklären, die sie nicht beeinflussen konnten. Mahnungen, Schreiben von Inkassounternehmen sowie gerichtliche Schreiben können Angst und Verunsicherung auslösen. Irgendwann kann man nicht einmal mehr die Post öffnen. Man schämt sich. Gerade deshalb sei es wichtig, den Menschen hinter all dieser Last zu sehen. Wieder Hoffnung und Mut zu machen und Wege aus dieser Lage aufzuzeigen.

Ella Kiefel und Elisabeth Schmitt von der Schuldnerberatung der Diakonie Kitzingen helfen bei der Schuldenregulierung und bieten persönliche Beratung an. Die Beratung ist vertraulich und kostenfrei.

Zu erreichen sind sie  Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und Montag bis Donnerstag von 13 bis 15 Uhr unter Tel.: (09321) 1338-40 oder -41 oder per E-Mail an: schuldnerberatung@diakonie-kitzingen.de

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