• Tierheim Hof: Unbekannte Person stellt Karton vor Eingang 
  • Hase wurde bei Minustemperaturen ausgesetzt 
  • Einzige Botschaft: "Ich heiße Hans"

Seit Dienstagmorgen (11. Januar 2022) hat das Tierheim Hof einen neuen Schützling. Hase "Hans" kam auf eine besonders lebensbedrohliche und entwürdigende Weise zu ihnen: Er wurde einfach in einem Karton in der Kälte vor einen Eingang des Tierheims gestellt.

Tierheim Hof: Besitzer hat Botschaft hinterlassen

Anfänglich erwarteten die Mitarbeiter eine Futterspende in dem Karton. Doch dann "sahen sie hinein und mussten mit Erschrecken feststellen, dass es sich um einen lebenden Hasen handelt, der schon unterkühlt war, da die Temperaturen im Minusbereich waren", schildert das Tierheim auf Facebook. Ein verdreckter Napf und etwas Heu seien dabei gewesen und das Tier habe schon versucht, sich seinen Weg hinaus zu beißen.

Noch dazu sei der Karton vor einen Nebeneingang gestellt worden, fügt Tierheimleiterin Tanja Bujak im Gespräch mit inFranken.de hinzu. "Wenn der Kollege dort nicht sein Auto abgestellt hätte, wäre der Hase vielleicht Stunden später gefunden worden." Nur die Worte "Ich heiße Hans" fanden die Tierschützer auf dem Karton. Das sei die einzige Botschaft des Besitzers gewesen.

Wie Bujak beschreibt, setzten sie das Tier unter eine Wärmelampe und fütterten und versorgten es. Eine Tierärztin habe dann festgestellt, dass es sich trotz des Namens um ein Weibchen handele. Wie alt der erwachsene Hase sei, könne nicht genau festgestellt werden. "Momentan können wir sagen, ihm geht es soweit gut. Natürlich müssen wir mal abwarten, es war ja trotzdem sehr kalt und wir wissen ja nicht, wie viele Stunden er draußen gesessen hatte."

Ausgesetzter "Hans" kein Einzelfall - Tierheim Hof nennt weitere Fälle

Das Tierheim Hof kann solch eine Handlung nicht nachvollziehen, wie auf Facebook deutlich wird: "Man sieht hier wieder einmal die Wertschätzung eines Lebewesens, man muss doch so fair dem Tier gegenüber sein, dass man es korrekt im Tierheim abgibt und noch ein paar Dinge dazu sagt, wie Alter und so weiter." Auch viele Tierliebhaber*innen drücken in den Kommentaren ihre Erschütterung aus. Leider sei "Hans" kein Einzelfall. 2021 hatten die Tierschützer Nymphensittiche auf diese Art gefunden. Auch Ratten wurden schon so ausgesetzt.

Die Tierheimleiterin hat eine wichtige Botschaft an die Öffentlichkeit: "Es wäre der faire Weg gewesen, zu uns hereinzukommen und zu sagen, 'Ich habe hier einen Hasen.' Mehr passiert ja nicht." Jedes Argument für die Abgabe werde akzeptiert. So prüften es die Mitarbeiter*innen beispielsweise nicht nach, wenn als Abgabegrund eine Allergie angegeben werde. Natürlich freue sich das Tierheim Hof über einen Betrag für die weitere Versorgung, "wenn aber jemand bedürftig ist, verlangen wir nichts. Bei uns gibt es keine offizielle Abgabegebühr."

Kontakt zu anderen Artgenossen habe "Hans" momentan nicht, da seine Wärmebehandlung und gesundheitliche Beobachtung im Vordergrund stehe. "Dann suchen wir aber natürlich ein schönes Zuhause für ihn", erklärt Tanja Bujak. Das Tierheim Hof freut sich außerdem um Hinweise zu der unbekannten Person.

Zum Weiterlesen: Auch Hund "Henry" wurde vor einem Tierheim ausgesetzt. Das Tierheim Nürnberg musste sich viele Monate um seine Gesundheit kümmern.