Autofahrer zwischen Breitengüßbach und Oberweissenbach an der Grenze zu Hessen müssen ab 1. Juni häufiger mit Verkehrskontrollen rechnen. Mitunter sogar mit mehreren Geschwindigkeitsmessung auf kurzen Strecken. Vier unterfränkische Dienststellen haben dazu konzertierte Aktionen abgestimmt. Ob sich die Oberfranken - sprich die Bamberger Polizei - anhängt, ist noch nicht entschieden.

Denn die Initiative geht vom Polizeipräsidium mit Sitz in Würzburg aus, wie bei einer Pressekonferenz am Montag in der Polizeistation in Bad Königshofen deutlich wurde.

Demnach wird die B 279 als elfte Strecke in Unterfranken als Straße für einen ganzheitlichen Ansatz ausgewählt, um die Probleme auf dieser Straße, mehrere Verkehrsunfälle mit Todesopfern, in den Griff zu bekommen.

"Bei den anderen Strecken in Unterfranken hat diese Maßnahme zu einer deutlichen Senkung der Unfallzahlen geführt", zeigt sich PHK Gerd Jahrsdörfer von der Polizeiinspektion Bad Neustadt.

Bislang beteiligen sich die Polizeidienststellen Bad Neustadt, Bad Königshofen, Ebern sowie Verkehrspolizei Schweinfurt-Werneck an der Aktion, die zunächst auf die Dauer eines Jahres angesetzt ist und danach wissenschaftlich ausgewertet wird.

"Kontrolliert wird alles - Tempo, Handy-Nutzung, Überholverbote, angelegter Gurt, Alkoholkonsum, aber auch die Ladung des Schwerverkehrs und der Sprinter. "Wenn ein Fahrer zu mir sagt, dass er sich nicht angurten konnte, weil er auf die Ladung hinter sich aufpassen müsse, dann sagt das doch alles", führt Jahrsdörfer so einen Problemfall an.

Die Kontrollen werden inner- wie außerorts durchgeführt, mit Laserpistolen, Dreizack und Radarkasten. "Wenn auf einer Strecke von hundert Kilometern die überraschenden Kontrollen intensiviert werden, flutschen mitunter auch ein paar dickere Fische mit ins Netz", verweist Tobias Kern auf Erfahrungen andernorts.

Und Rolf Schmidt von der örtlichen Polizeistation hat die Erfahrung gemacht, dass "Lkw-Fahrer durch Bad Königshofen mittlerweile stets nach Vorschrift durchfahren, weil wir zuletzt intensive Kontrollen vorgenommen hatten".


Finger weg vom Handy

Der Aufmerksamkeit am Steuer will Innenminister Herrmann sowieso besondere Aufmerksamkeit schenken, weswegen der Handynutzung ein besonderes Augenmerk gewidmet. "Wer erwischt wird, zahlt 88,50 Euro an Strafe, dabei kostet eine Freisprechstation nur 25 Euro", wundert sich Jahrsdörfer.

Sicher sind sich die Beamten, dass trotz der Vorwarnung etliche Übeltäter erwischt werden. "Auch die Vorwarnungen über Whats app oder Facebook helfen da nicht. Und wenn einer deswegen korrekt fährt, wird damit unsere Zielsetzung ja auch erfüllt", meint Tobias Kern.