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Bildung

Mittelschule Eltmann ist Vorreiter: Auszeichnung als erste Fairtrade-Schule des Landkreises

Die Mittelschule Eltmann wurde als erste Bildungseinrichtung des Landkreises Haßberge mit dem Prädikat "Fairtrade-Schule" ausgezeichnet. Doch dafür mussten im Vorfeld fünf wichtige Kriterien erfüllt werden.
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Blick auf die Schüler beim "Bananen-Geschmackstest", der vor der Corona-bedingten Schließung der Schule stattfand. Fotos: Günther Geiling
Blick auf die Schüler beim "Bananen-Geschmackstest", der vor der Corona-bedingten Schließung der Schule stattfand. Fotos: Günther Geiling
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Die Stadt Eltmann ist Fairtrade-Stadt und so liegt es nahe, dass auch ihre Bildungseinrichtungen zu Fairtrade-Schulen werden. Mit der Überreichung der Urkunde an die Georg-Göpfert-Mittelschule sind nun alle Bildungseinrichtungen am Schulberg Fairtrade-Schulen, was von einem großen Engagement für einen fairen Umgang mit Mitmenschen weit über die Schulen hinaus zeuge, betonte Konrektorin Cornelia Heid bei der Auszeichnung.

Heid erinnerte daran, "dass es ein langer Weg war, auf dem das Engagement aller Beteiligten gefordert war". Fünf Kriterien galt es dabei zu erfüllen: So musste ein Schulteam gegründet werden, das aus Schülern, Lehrkräften und Mitgliedern des Elternbeirates besteht. Weiterhin galt es, einen Kompass zu erstellen mit Schwerpunkten zur Unterstützung des fairen Handels. Außerdem mussten zwei Fairtrade-Produkte angeboten werden, die mit Schülern und dem Hausmeister nach einer Verkostung verschiedener Produkte gemeinsam festgelegt wurden.

Auch Unterrichtssequenzen über den fairen Handel wurden gehalten und es galt auch Schulaktionen zu organisieren, wie das Frühlingsfest 2019, Frühstücke mit fairen und regionalen Produkten, Elterntage mit Verkostungen durch die Eltern oder den großen Aktionstag mit verschiedenen Stationen zum Thema Fairtrade. "Beeindruckend war, wie bereitwillig und offen das Lehrerkollegium und die Schüler mitgewirkt haben und dies auch weiterhin tun werden, sei es bei Unterrichtssequenzen oder vielen kleinen und größeren Aktionen. Wir wollen uns mit anderen für eine Welt engagieren, die eine Zukunft für uns alle bietet und als Schule wollen wir einen Beitrag leisten für gerecht gehandelte Lebensmittel", stellte Heid heraus.

Eigenen Fairtrade-Song komponiert

In der Aula der Mittelschule fanden sich Gäste, Lehrer und Schüler ein, um die Schritte zum Prädikat "Fairtrade-Schule" unter Leitung von Heid und Lehrerin Kristina Friedrich Revue passieren zu lassen. Im Mittelpunkt stand eine Präsentation, in welcher Lehrer Jürgen Schimmer alle Schritte dokumentiert hatte. Ein weiterer Höhepunkt war der "Fair Trade Song", den Lehrer Toni Martin getextet und komponiert hatte. Da er ihn aufgrund der Corona-Krise nicht mit dem Chor präsentieren konnte, ersetzte er dies durch eine Aufnahme seiner eigenen Töchter.

Schülerin Verena aus der Klasse 10a gab einen kleinen Einblick in das veränderte Schulleben und wie sie sogar bei ihrer BOZ-Prüfung ein "faires Menü" kochen musste. Dann ging sie noch auf das "Bananen-Projekt" an der Schule ein, mit dem man herausstellte, dass das Obst vielfältig eingesetzt werden könne, nicht nur zum Verzehr, sondern auch als Pflegeprodukt.

Erste Fairtrade-Schule im Kreis Haßberge

Bürgermeister Michael Ziegler zeigte sich stolz, dass man bereits die erste Stadt im Kreis Haßberge sei, die sich "Fairtrade-Stadt" nennen durfte. Damit habe es sich gelohnt, dass die Stadt seit 2018 den fairen Handel aktiv unterstütze und ein Zeichen für gerechte und nachhaltige globale Entwicklung setze. Dabei erwähnte er auch den "Eine-Welt-Laden" in Eltmann. Die Fairtrade-Stadt Eltmann sei damit ein wichtiges Puzzleteil im Gesamtbild des Bezirks Unterfranken, der sich um den Titel einer "Fairtrade-Region" bewerbe.

Ziegler stellte abschließend fest, dass es nicht mit der Auszeichnung getan sei, sondern man müsse auch danach leben. Heid ergänzte, dass dies kein einmaliger Stempel sei, sondern ein langfristiges Engagement mit der Titelerneuerung alle zwei Jahre. "Als Schulfamilie tragen wir dazu bei, Verantwortung zu übernehmen. Und dadurch, dass wir das Bewusstsein bei unseren Schülern wecken, tragen wir auch dazu bei, die Welt ein Stückchen gerechter und besser zu machen."