Der Kunstpreis des Landkreises Haßberge, der in diesem Jahr zum dritten Mal ausgelobt wird, sollte eigentlich schon im Mai verliehen werden. Der Termin fiel aber der "Corona-Krise" zum Opfer, denn die Ausstellung schlummert derzeit noch in den Räumen des Schlosses Oberschwappach. Da aber Kunst und Kultur nun durch die Corona-Lockerungen wieder live erlebt werden dürfen, ist die Kunstausstellung an den Sonntagen, 14. und 21. Juni, von 13 bis 17 Uhr wieder geöffnet. Zudem findet am 21. Juni um 17 Uhr die Vergabe des Kunstpreises im Spiegelsaal des Schlosses statt.

Regionalentwicklung im Fokus

Der Landkreis Haßberge setzt mit einem eigenen Kunstpreis seit einiger Zeit einen wichtigen Akzent im Kulturleben der Region. Ziel ist die Begegnung und der Austausch der bildenden Kunst mit aktuellen Themen der Regionalentwicklung.

"Eine Lebensregion wie der Landkreis Haßberge braucht zeitgenössische künstlerische Reflexionen zur Gegenwart sowie Modelle und Visionen für eine nachhaltige Entwicklung. Hier leisten Künstlerinnen und Künstler wichtige Beiträge in der Auseinandersetzung mit zentralen gegenwärtigen Problemen und ihren Lösungen", hieß es in der Ausschreibung des Wettbewerbs. Diese Lösungen würden zum Beispiel im kulturellen und sozialen Miteinander gesehen, bei der Vermittlung interkultureller Kompetenzen, bei der Wertschätzung der Natur, zur Wahrnehmung des Umweltbewusstseins sowie in der Identität und Baukultur oder zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Überregional bekannt

Der Kunstpreis des Landkreises Haßberge genießt inzwischen auch überregionale Aufmerksamkeit, so dass sich beispielsweise Künstler aus Rostock, Hamburg und München mit ihren Werken darum beworben haben. Das Thema lautete in diesem Jahr "H2O - Lebenselixier im Landkreis Haßberge" und lenkt den Blick dabei auf die künstlerische Betrachtung der weltweit existenziellen Bedeutung von Wasser.

"Die Aufgabe der Künstler bestand also darin, die Bedeutung, aber auch den verantwortungsvollen Umgang mit dem Wasser aus dem Blickwinkel der Kunst darzustellen und auch kritisch zu hinterfragen", erklärte Renate Ortloff von der Kulturstelle im Landkreis bei der Eröffnung der Ausstellung. Regionale Ansatzpunkte, so Ortloff weiter, boten dabei die unterschiedlichen Wasserläufe, Auen- und Waldlandschaften im Landkreis Haßberge. Doch dabei steht nicht die Idylle im Mittelpunkt, wie Ortloff betonte: "Durch Verunreinigungen, bewusst oder achtlos entsorgtem Alltagsmüll in der Natur, durch Flächenversiegelung und durch Verschwendung wird der Kreislauf unseres Ökosystems ständig geschwächt, und genau dies galt es in drastisch schöner Form darzustellen."

Mehrere Preise zu gewinnen

Die Besucher können bei der Ausstellung im Schloss 36 Werke von insgesamt 24 Künstlern aus dem Landkreis und ganz Deutschland in Augenschein nehmen. Die Werke werden von einer Jury für den Kunstpreis ausgelobt.

Dieser Kunstpreis ist mit 2000 Euro dotiert. Außerdem werden noch ein Sonderpreis, gestiftet von "Baurconsult" in Haßfurt, und ein Publikumspreis, gestiftet von "Benkert-Bänke" aus Altershausen, in Höhe von jeweils 500 Euro vergeben.

Während der Kunst- und Sonderpreis von den Jurymitgliedern entschieden wird, darf jeder Besucher sein Favoriten-Werk für den Publikumspreis auswählen und hat durch seine Stimmabgabe die Chance, eine "Entdeckerkiste", gefüllt mit regionalen Leckereien, zu gewinnen.

Die Kunstausstellung wurde an den ersten beiden Sonntagen im März vor der Corona-Krise schon von einem begeisterten Publikum aufgenommen. Die Veranstalter und der Landkreis Haßberge hoffen nun aber darauf, dass sich auch im Juni wieder zahlreiche Besucher trotz der aktuellen Situation einfinden werden. Da die Corona-Krise noch nicht überwunden ist, sollten die gängigen Maßnahmen eingehalten werden: Das Tragen von Mund-Nasenschutz-Masken innerhalb des Schlosses ist erwünscht.