Eine "Lust-und-Laune-Tat, ohne Sinn und Verstand", so bezeichnete Jugendgerichtshelfer Franz Heinrich den Einbruch in das Jugendheim in Zeil. Ein 15-jähriger Jugendlicher und ein 20-jähriger Mann mussten sich vor dem Jugendgericht am Haßfurter Amtsgericht wegen des Einbruchsdiebstahls verantworten. Während der Jüngere mit 60 Sozialstunden relativ glimpflich davonkam, muss der Ältere der beiden für zwei Wochen in den Dauerarrest nach Würzburg.

Bei der Verhandlung ging es um das, was sich am Sonntagabend des 4. Oktober 2015 in der Nähe der Schule und des Rudolf-Winkler-Hauses abgespielt hatte. Wie der Staatsanwalt Ralf Hofmann in seiner Anklageschrift vortrug, stiegen gegen halb neun die beiden über eine eingeschlagene Fensterscheibe in das Haus ein. Mittels eines Schraubenziehers, den der Jüngere besorgt hatte, hebelten sie zwei Türen auf und klauten aus einem Schrank Süßigkeiten und Fertigpizzen sowie eine Playstation mit Controller. Das Diebesgut hat einen Wert von etwa 200 Euro.

Da es sich um jugendliche Übeltäter handelte, wurden die Umstände der Tat sowie die Persönlichkeit der beiden Angeklagten ausführlich erörtert. Beide waren geständig, wirkten aber sehr gefasst. Bei dem 15-Jährigen, dessen Eltern in der ersten Reihe der Zuhörerbänke saßen, handelte es sich offensichtlich um eine dumme Mutprobe. Mit dem Einbruch wollte der bislang unbescholtene Jugendliche offenbar "den großen Max spielen" und den anderen imponieren, stellte Jugendrichter Martin Kober fest.

Ganz anders verhält es sich bei dem 20-Jährigen. In dessen Bundeszentralregister finden sich bereits sechs Einträge. Bei ihm fehle es, so der Mitarbeiter aus dem Jugendamt, an der "elterlichen Begleitung". Obwohl sportlich überdurchschnittlich talentiert, verhindere die mangelhafte Disziplin größere Erfolge. Zu allem Übel treibe er sich öfter mit Gleichgesinnten herum, die schon etliche krumme Dinger gedreht haben. "Klare Stopp-Signale" seien erforderlich, um beiden den Ernst der Lage klarzumachen, betonte der Pädagoge.

In dieselbe Richtung argumentierte der Vertreter der Anklage. Insbesondere bei dem 20-Jährigen konnte er keine echte Reue erkennen. In seinem Plädoyer forderte er für den 15-Jährigen 80 gemeinnützige Arbeitsstunden und bei dem Vorbestraften hielt er einen vierwöchigen Dauerarrest als "ernsten Warnschuss" für angebracht.

Das Urteil, das nach der Verkündung rechtskräftig wurde, lag zwar etwas unter dem Antrag des Staatsanwalts, aber der Jugendrichter sprach bei seiner Urteilsbegründung Tacheles mit den Verurteilten. Auf die wiederholten Einbrüche in das Jugendheim eingehend, sagte er entschlossen: "Wir kriegen die Situation in den Griff - und wenn es sein muss, landen die Bösewichter eben hinter Schloss und Riegel."

Dem polizei- und justizbekannten 20-Jährigen gab er abschließend den Rat, sich nicht mehr das Kleinste zuschulden kommen zu lassen. Sonst, so der Vorsitzende Richter, "geht für Sie die Reise 2016 in Richtung Süden; und genau da liegt die Jugendvollzugsanstalt Ebrach."