Der Tod. Ein Tabuthema. Sarg oder Urne? Friedhof, Friedwald oder Seebestattung? Fragen, die sich keiner gerne stellt. Für Hans-Georg Hofmann sind sie täglich Brot. Der Schreiner und Bestatter aus Lußberg (Gemeinde Breitbrunn) richtet gerade das Auto her. "Ich fahre später noch zu einer Beerdigung", erklärt Hofmann, während er zwei Holzeimer voll Sand samt Schaufeln aus der Garage räumt. Hofmann ist ein pragmatischer Mensch. Der Tod ist für ihn Alltag - Emotionen haben da nicht mehr viel Platz. "Mit den Jahren stumpft man einfach ab", sagt er trocken.


Särge, Urnen, Dekoration

Dann zeigt der gelernte Schreiner, was er alles vorrätig haben muss. "In der Garage stehen Dinge, die ich bei den Beerdigungen immer brauche," sagt er und deutet auf Urnenständer, Halter für Sterbebildchen und eine große weiße Kiste. Hofmann öffnet die Kiste. Ein weißer Engel ist zu sehen. "Die Dekoration für die Bestattung habe ich hier. Zum Teil kümmere ich mich inzwischen sogar um den Blumenschmuck." Früher, so erzählt Hofmann, der eine eigene Schreinerwerkstatt hat und die Bestattungen im Nebengewerbe macht, habe der Schreiner nur den Sarg geliefert. Später kam erst das Einsargen hinzu, dann der Transport zum Friedhof. "Heute sind wir für alles zuständig - vom Sarg, über die Behördengänge bis hin zur Deko."

Hofmann geht die Treppe hoch zu seiner Lagerhalle oder besser zum Ausstellungsraum. Etwa zehn Särge stehen - zum Schutz vor Staub mit Folie bedeckt - für die Kunden bereit. Der Raum ist hell, freundlich, es riecht nach Holz. Auf einem Tisch befindet sich eine Glasvitrine mit verschiedenen Urnen. Informationsbroschüren liegen bereit. Eigentlich ein Ausstellungsraum wie jeder andere - der Kunde sieht die Produkte, kann sie anfassen, kennenlernen. Nur, dass das Produkt Trauer, Verlust und Endlichkeit vermittelt.


Särge selbst schreinern

Die meisten Särge und Urnen würden von den Angehörigen der Verstorbenen ausgesucht. "Es gibt aber auch Leute, die sich noch zu Lebzeiten einen Sarg aussuchen", erklärt der Bestatter. Hofmann erzählt von einem Bauern aus dem Landkreis, der ins Krankenhaus musste, und nicht wusste, ob er wieder heim darf. "Der kam Fasching 2013 und sagte mir genau, was er haben will." Hofmann schreinerte den Sarg. Dem Mann geht es wieder besser, und der Sarg steht nach wie vor bei Hofmann. "Eigentlich machen wir die Särge kaum mehr selbst, aber wenn einer genaue Vorstellungen hat, geht das schon mal."

Dann macht Hofmann eine Pause, überlegt und sagt, dass er hier aber doch nicht alles zeigt, was er auf Lager hat: "Kindersärge. Nein, die zeige ich wirklich nur, wenn es leider nötig ist." Denn dieser Anblick ist schwer zu ertragen.