Eckehard Kiesewetter Burgpreppach — Das Alphatier im Amt oder einer der beiden Herausforderer, die den Schulterschluss suchen mit dem einen Ziel: den CSU-Politiker Hermann Niediek vom Amt des Bürgermeisters in Burgpreppach abzulösen. Werner Thein hat die neuformierte Wählergruppe FDP/Freie Wähler nominiert, Jörg Denninger tritt für die freie Wählergemeinschaft Gemeinwohl an. Beide Bürgermeisterkandidaten - ein Kuriosum bei der Kommunalwahl - tritt, stehen einträchtig nebeneinander auf der Liste der Gemeinderatskandidaten der Gruppierung Gemeinwohl. Das Duo hat sich vorgenommen, "miteinander und nicht gegeneinander zu kämpfen". Diese Eintracht dokumentieren auch die Wahlplakate, die seit einigen Tagen beide Kandidaten Seit an Seit an den Einfallstraßen im Gemeindegebiet präsentieren. Erklärtes Ziel der kooperierenden Konkurrenten ist der Wechsel auf dem Chefsessel im Rathaus, um die Zusammenarbeit im Marktgemeinderat weiter zu verbessern. Sie wollen dafür sorgen, dass die Ratsmitglieder besser informiert und in Entscheidungen einbezogen werden, denn da setze der aktuelle Bürgermeister zu sehr auf Schnellschüsse und Eigensinn. Auch müsse bei Großprojekten mehr auf den verantwortungsvollen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln geachtet werden.

Gerade auf solche Großprojekte, für die er stattliche Fördermittel mobilisieren konnte, ist Bürgermeister Niediek stolz, beispielsweise die Umgestaltung des Dorfkerns von Burgpreppach samt Einrichtung eines Dorfladens, die Straßenerneuerung in den Gemeindeteilen Üschersdorf und Leuzendorf oder aktuell - im Zusammenwirken mit dem Landkreis - die Straßen- und Dorferneuerung in Hohnhausen. Weitere Dorferneuerungsvorhaben stehen an - und dies bei knapper Kasse. Nächstes Großprojekt mit rund sieben Millionen Euro Umfang ist der Umbau des Rathauses, das - wiederum mit hoher staatlicher Unterstützung - zu einem Bürgerzentrum umgebaut werden soll. Und der Bürgermeister strotzt nur so vor Ideen, auch für das vorerst eingemottete Museum "Nostalgie der 50er Jahre".

Rund drei Dutzend Firmen, sechs Baugebiete, Einrichtungen zur Grundversorgung und ein reges Vereinsleben zeigen, dass sich Burgpreppach erfolgreich gegen prognostizierte Bevölkerungsverluste im Zug des demografischen Wandels behauptet. Dazu tragen die Impulse durch die Hofheimer Allianz bei, aber auch glückliche Fügungen wie das Engagement der Familie von Hugo, mit deren Hilfe aus dem ehemaligen Gasthaus "Goldener Löwe" ein Dorf-"Lädla" und ein Bürgertreffpunkt entstanden ist.

In den vergangenen sechs Jahren, darüber sind sich die drei Kandidaten einig, hat sich einiges getan. Alle drei haben daran mitgewirkt, ob auf dem Chefsessel oder auf einem anderen Platz im Gemeinderat. Und sie wollen auch in der neuen Amtsperiode wieder mitwirken.

Dann sollen auch endlich Frauen ein entscheidendes Wörtchen mitreden dürfen, denn aktuell ist die Gemeindepolitik in Burgpreppach reine Männersache. Unter den 14 Personen am Ratstisch (ein Ortssprecher eingerechnet) ist aktuell keine einzige Frau vertreten.