Am Verbindungsweg zwischen Neuensorg und Hinterrehberg wurde 1933 ein Flurkreuz errichtet. Zur damaligen Zeit lebte in Hinterrehberg eine christliche Familie namens Kießling. Als sie nach Lauf an der Salzach zog, versprach Andreas Kießling, zur Erinnerung an seine alte Heimat ein Flurkreuz zu errichten.

Zur selben Zeit lag die Tochter der Familie Ott aus Hinterrehberg schwer erkrankt im Militärkrankenhaus in Münchberg. Eine Genesung war fast unmöglich. Die Familie Ott betete und versprach, sollte ihre Erna wieder nach Hause kommen, gemeinsam mit der Familie Kießling das Flurkreuz zu bauen. Die Tochter wurde wieder gesund und das Versprechen eingelöst.

Die damalige Aufschrift lautete: "Zum Andenken an meine liebe Mutter und zur Freude und Segen meiner Heimat." Das Kreuz wurde nach Aussagen der älteren Bewohner aus Hinterrehberg von einem Zimmermann namens Jacob Kraus aus Großrehmühle gefertigt. Fortan schmückte es die Bevölkerung immer mit frischen Blumen.

1962 nahm sich der Bruder der einst erkrankten Erna, Hans Ott, des langsam marode gewordenen Kreuzes an, renovierte es und stellte es an der alten Stelle wieder auf. Nach weiteren 23 Jahren Lebensdauer war es leider wieder in einem schlechten Zustand, die Balken waren schon angefault. Es war wiederum Hans Ott, der sich um das Kreuz kümmerte und es bei sich zuhause aufbewahrte.

Mehrmals renoviert

Jahre später trat Ott an den damaligen Obmann des Frankenwaldvereins Neuensorg, Bruno Tittel, heran. Er bat ihn, sich den Korpus einmal anschauen und eventuell neu herrichten. Tittel holte das gute Stück in die Großrehmühle und renovierte es mit seiner Frau Ingrid und Holger John. 1986 wurde das neue Kreuz an alter Stelle zwischen Neuensorg und Hinterrehberg aufgestellt.

Die Weihe übernahm der Neuensorger Gründungsobmann Pater Raymund Eglmaier.

Mit dem Auto abgeholt

Der Orkan Kyrill beschädigte das Kreuz abermals schwer. Wiederum trat man an Bruno Tittel heran. Nach Rücksprache mit Bürgermeister Manfred Huhs und Ralph Goller von der Raiffeisenbank Oberland kam man zu dem Ergebnis, das Kreuz wieder herzurichten. Eine Forderung stellte Tittel: Nur, wenn es eine Überdachung und neuen Standort bekommt.

Bruno Tittel wollte dafür eine Kapelle erbaut wissen. In den Jahren 2008 und 2009 renovierte er den Korpus, ein Jahr später begann der Bau der Kapelle um das Kreuz herum. Im Mai 2011 weihte Pater Alard aus Marienweiher diese feierlich ein. Schnell wurde der Wunsch nach einem Turm mit Glocke laut.

Bruno und Ingrid Tittel begannen sofort mit der Planung, 2015 fuhren sie mit ihrem Auto zur Firma Perner nach Passau und holten sich Glocke ab. 2015 verkleidete Ehrenobmann Bruno Tittel schließlich noch die Fassade. Am 1. Mai 2016 wurde die Glocke feierlich in der Basilika Marienweiher durch Pater Alard geweiht. Zur gleichen Zeit fertigte die Firma Weber aus Kupferberg den Glockenturm an, die Firma Hanke setzte ihn mit dem Kran aufs Kapellendach. Verschiefert wurde der Turm kostenlos von der Firma Cherbiat.

Am 17. Juli 2016 feierte die Ortsgruppe des Frankenwaldvereins ihr 40-jähriges Bestehen. Landtagspräsidentin Barbara Stamm ließ es sich nicht nehmen, die Patenschaft für die Glocke zu übernehmen. Somit trägt sie den Namen "Barbara-Glocke", zum Jubiläum ließ sie sie erstmals erklingen. kpw