Wie kann die triste Weitramsdorfer Ortsmitte attraktiver werden? Um endlich eine Lösung für diese seit über 20 Jahren diskutierte Frage zu finden, hatte die Gemeinde 2020 eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Ende März stellten Architekt Ulrich Wieler und Stadtplanerin Vera Lenger vom Weimarer Büro UmbauStadt PartGmbB dem Gemeinderat per Video-Schalte ihre Ergebnisse vor. Vier Varianten wurden auf Schautafeln am Dorfplatz und auf der Gemeinde-Homepage veröffentlicht. Am Montagabend beschloss das Gremium einstimmig, die Variante 2 umzusetzen.

Vorausgegangen war eine Sondersitzung des Gemeinderats mit Planer Wieler am 7. Juni. Dabei wurden auch Ideen berücksichtigt, die Bürger nach der Publikation der Ergebnisse eingebracht hatten. "Das Interesse war sehr groß", berichtete Bürgermeister Andreas Carl am Montagabend, "und die ausgewerteten Fragebögen zeigten, dass die Mehrzahl zu einer der Varianten 2A oder 2B tendieren." Die Ergebnisse der ausgewerteten Fragebögen sind im Bürgerinfo-Portal der Gemeinde online nachzulesen. Welche Variante umgesetzt werden soll, wird erst im Zuge des nun folgenden Architektenwettbewerbs entschieden. Was schon klar ist: Die Ortsmitte mit all ihren öffentlichen Nutzungen und dem Gemeindeplatz soll in den nördlichen Teil des Bereichs der Kreuzung von Ummerstadter/Coburger, Schlettacher und Bergstraße wandern. Begründung der Planer: Dieser Raum sei weniger stark dem Verkehr ausgesetzt, der das Zentrum präge. Mehr Aufenthaltsqualität könne es nur durch weniger Verkehrsbelastung geben, hatte Ulrich Wieler, Geschäftsführer des Planungsbüros, in dem Video betont, das auf der Gemeinde-Homepage anzusehen ist. Neuer Gemeindeplatz wird das Grundstück Coburger Straße 1. Am Dreiecksplatz an der Ecke Ummerstadter/Schlettacher Straße sieht die Variante ein kleines Wohnquartier vor. Wohnbauplätze sollen dem Kreuzungsbereich insgesamt ein neues Gesicht verleihen, sich aber an den jetzigen Raumkanten orientieren. Anders als Variante 2A bevorzugt die Alternative 2B eine offenere Raumkomposition. Auch der Wasserlauf würde noch besser integriert werden.

 So viel Geld für 220 Meter?

Längere Diskussionen im Gremium entfachte der erneute Vorentwurf, den Andreas Ziener vom Ingenieurbüro Koenig und Kühnel zum Ausbau des Neuseser Wegs präsentierte. Da die Baumaßnahme - anders als noch in der April-Sitzung vorgesehen - nicht bei Vollsperrung durchgeführt werden kann, kommen allein netto 60 000 Euro durch die halbseitige Sperrung hinzu, plus eine vier Wochen längere Bauzeit. Mehrkosten verursachen auch die Herstellung der Umfahrung (30 000 Euro) und die notwendigen Schlitzrinnen (20 000 Euro). Angesichts von erwarteten Bruttokosten in Höhe von rund 460 000 Euro wurden Alternativen erörtert: eine reine Deckensanierung, eine Sanierung nur im hinteren Bereich. Der Gemeinderat vertagte eine Entscheidung auf Juni. bek