"Es ist viel liegengeblieben", stellte Jürgen Rein-gruber fest. Das kann man gut nachvollziehen, denn seit dem Frühjahr fehlt der Marktgemeinde die Geschäftsleitung. Reingruber ist seit 1. Oktober der neue Verwaltungsleiter im Wachenrother Rathaus. Mit Jasmin Götze, seit Juli 2017 Geschäftsleiterin und Kämmerin, hat sich die Gemeinde in einem Rechtsstreit vor dem Arbeitsgericht auseinandergesetzt. Wie Bürgermeister Gleitsmann (CSU) auf Nachfrage mitteilte, wurde am Donnerstag in nichtöffentlicher Sitzung entschieden, gegen das Urteil nicht in die Berufung zu gehen.

Zuvor in Puschendorf tätig

Bei seiner Vorstellung bezeichnete Jürgen Reingruber seine neue Aufgabe als "sehr interessant". Er sei 57 Jahre alt, geschieden, habe zwei Kinder und wohne in Baiersdorf. Zuvor war er in Puschendorf im Landkreis Fürth, einer Gemeinde mit etwas mehr als 2300 Einwohnern beschäftigt. Dort hatte er die Stelle des Geschäftsleiters und Kämmerers inne. Mit 2255 Einwohnern ist der Markt Wachenroth etwa gleich groß wie Rein-grubers vorherige Dienstgemeinde.

In der Sitzung wurde Jürgen Reingruber zum Standesbeamten bestellt. Ein zweiter Standesbeamter ist nach den Worten von Bürgermeister Gleitsmann als Vertreter für die Standesbeamtin Birgit Gleitsmann unerlässlich. Der Beschluss wurde bei zwei Gegenstimmen gefasst. Gemeinderat Andreas Pohle (SPD) vertrat gegenüber dem FT die Meinung, dass nach dem Urteil des Arbeitsgerichts Jasmin Götze nach wie vor Verwaltungschefin sei. Daher könne Reingruber nicht zum Standesbeamten bestellt werden. Da Wachenroth noch keinen Haushalt habe, dürfe - ohne vakante Stelle - auch kein neuer Verwaltungsleiter eingestellt werden.

Dieser Beschluss war auch der einzige, der nicht einstimmig gefasst wurde. Bei allen weiteren gab es im öffentlichen Teil der "Kirchweihsitzung", die in der Ebrachtalhalle sehr zügig abgewickelt wurde, keine Gegenstimmen.