Die Kirchengemeinde Trebgast plant nächstes Jahr den Bau eines neuen Kindergartens. Im Februar 2021 soll mit dem Abriss des bisherigen Gebäudes begonnen werden. Um den Betrieb der angrenzenden Schule möglichst wenig zu belasten, wird angestrebt, die groben Arbeiten in den Faschingsferien durchzuführen.

Bereits vorher soll der Innenbereich entkernt werden. Die Einrichtung wird dann erst einmal in das Kantorat am Kirchplatz umziehen. Dazu sind im Kantoratsgebäude, das im Flächennutzungsplan für den Gemeindebedarf ausgewiesen ist, einige kindgerechte Umbaumaßnahmen erforderlich. Geprüft werden muss dabei auch, ob der aktuelle Brandschutznachweis ausreichend ist.

Dem erforderlichen Antrag auf Nutzungsänderung für diese Übergangszeit stimmte der Gemeinderat in seiner September-Sitzung zu. Das Landratsamt gab bereits ein positives Signal für die Durchführung dieser Maßnahme.

Die Höhe der Realsteuersätze war immer mal wieder ein Thema im Gemeinderat. Die Hebesätze in Trebgast wurden seit etwa 20 Jahren nicht mehr angepasst und liegen mit 270 Punkten bei der Grundsteuer A, mit 290 Punkten bei der Grundsteuer B und mit 300 Punkten bei der Gewerbesteuer an der untersten Grenze im Landkreisvergleich.

Haushaltsgenehmigung fraglich

Die Rechtsaufsicht des Landratsamts hat die Kommune vorsorglich darauf hingewiesen, dass ein künftiger Haushalt, in dem eine Kreditaufnahme vorgesehen wäre, nicht mehr genehmigt werden könne, wenn vorher die Einnahmemöglichkeiten nicht ausgeschöpft worden sind. "Angesichts der laufenden Investitionen - Schulumbau, Hortanbau, Neubau des Kindergartens - kommen wir nicht umhin, uns darüber Gedanken zu machen und müssen einen gemeinsamen Nenner finden", spielte Bürgermeister Herwig Neumann (CSU/NWG) den Ball in die Runde. Zweiter Bürgermeister Ingo Moos (SPD/WG) nahm ihn auf: "Wir sind in den letzten Jahren verantwortungsvoll mit den Haushaltsmitteln umgegangen und haben gut gewirtschaftet. In der aktuellen Situation wird es unumgänglich sein, unsere extrem niedrigen Sätze anzupassen." Er schlug vor, einheitlich 320 Punkte festzulegen.

Nicht aus Jux und Tollerei

Thomas Hahn (TBG) bat darum, bei den Gewerbebetrieben die Corona-Situation zu berücksichtigen. Martin Sesselmann (SPD/WG) hatte Bauchschmerzen. Er hätte sich von der Aufsichtsbehörde gern konkrete Angaben gewünscht, was erwartet wird. Günter Teufel (CSU/NWG) fand die Anpassung gerechtfertigt, weil lange nicht erhöht worden sei. Der Gemeinderat beschloss schließlich einstimmig, die Hebesätze für Grundsteuer A, Grundsteuer B und Gewerbesteuer, ab 1. Januar 2021 auf je 320 Punkte anzuheben. "Obwohl das kein aggressiver Sprung ist, werden wir damit bei der Bevölkerung keine Freudensprünge auslösen", sagte Herwig Neumann . "Aber wir machen das nicht aus Jux und Tollerei", bat der Bürgermeister schon mal um Verständnis.

In den Ferien konnte der Umbau der Schule abgeschlossen werden, so dass der Schulbetrieb normal ohne Störung aufgenommen werden konnte. Die Klassen und die Lehrer sind inzwischen mit genügend Leihgeräten und modernen Rechnern für ein eventuelles Homeschooling ausgestattet worden.

Ein Glasfaseranschluss wurde bereits bis zum Schulgebäude gelegt. Der Auftrag für die Planung der hausinternen Verkabelung ging an die Firma Reuther NetConsulting in Bad Staffelstein zum Betrag von 5400 Euro brutto.