von unserem Mitarbeiter Karl-Heinz Frank

Dormitz — Der Gemeinderat behandelte in seiner jüngsten Sitzung die Problematik der sich immer wieder wiederholenden Überflutungen und lokalem Starkregen im Gebiet der 450 Hektar großen und 2070 Einwohner zählenden Mitgliedsgemeinde der Verwaltungsgemeinschaft Dormitz, die in der Vergangenheit immer wieder zu teilweise größeren Schäden geführt haben.


Probleme in der Kanalisation

Dabei ergaben sich oftmals Probleme in der Kanalisation durch Überstau, den wilden Oberflächenzufluss über Ackerflächen ohne Zulauf zur Kanalisation sowie Überschwemmungen im Bereich des Brandbaches.
Zu dieser Problematik hatte jetzt Bürgermeister Holger Bezold (FW/UBD) mit den Diplom-Ingenieuren Ralf-Peter Angstmann und Martin Löffler vom Planungsbüro Gaul Ingenieure aus Bamberg/Nürnberg eingeladen, dem Gremium ihr Konzept für die Niederschlagswasserbeseitigung zu präsentieren.
Dabei ist sich aber auch Bürgermeister Bezold darüber im Klaren, dass ein hundertjähriges Hochwasser auch bei den besten Maßnahmen niemals ganz zu verhindern sein wird, trotzdem aber wolle man im Dormitzer Rathaus Klarheit darüber, wo das Wasser herkommt, wo es hin fließt und in welchen Dimensionen sich die Schäden bewegen.


Zu kleiner Kanal?

Auch gelte es zu allererst einmal, die Frage zu beantworten, ob es dabei immer wieder zu einem Grundwasserstau oder zu einem Rückstau im als Mischwassersystem ausgelegten Kanal kommt, dieser sich regelmäßig bei Starkregen als nicht ausreichend dimensioniert erweist. Nur so kann es immer wieder vorkommen, dass mit Abwasser vermengtes Regenwasser im öffentlichen Straßenraum austritt, es dadurch zu Überflutungen und Verunreinigungen kommt.
Wie die Gaul-Planer resümierten, müssten für ein aussagekräftiges Konzept zu allererst weitere Angaben aus den Flächennutzungsplänen, aus Boden-, Gewässer- und Grundwasserdaten sowie ein digitales Geländemodell des Gebiets besorgt werden, um dann ein Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept zu bekommen, welches die Hochwassergefährdung durch den Brandbach aufzeigt.
Der Gemeinderat will jetzt zunächst weitere Honorarangebote von Ingenieurbüros einholen.Ein weiteres Thema an diesem Abend war die wilde Plakatierung in den Straßen, die meist sehr kurzfristig bei der Rathausverwaltung angemeldet, nach der jeweils angekündigten Veranstaltung oftmals aber äußerst selten oder auch gar nicht entfernt werden. Künftig wird das Anbringen von Plakaten nur noch mit der Genehmigung der Gemeinde erlaubt sein. Das Gremium plädierte mit 13:0 Stimmen dafür, an den Ortseingängen Schilder mit der Aufschrift "Plakatierung nur mit Genehmigung" anbringen zu lassen.
Nachdem sich die Mitglieder des Rates außerdem für eine Empfehlung an das zuständige Staatliche Bauamt ausgesprochen hatten, doch an der Fußgängerampel eine Überwachungskamera zu installieren, um den Verkehrsteilnehmern Herr werden zu können, die trotz Rot die Ampel überfahren, lehnte man allerdings den bei der letzten Bürgerversammlung gestellten Antrag, die stinkenden Hinterlassenschaften der Vierbeiner durch die Gemeindearbeiter beseitigen zu lassen und dafür die Einnahmen aus der Hundesteuer zu verwenden, schlichtweg ab. Die Hundesteuer diene nicht der Bezahlung für derartige Arbeiten durch den Bauhof, wie Bürgermeister Bezold klarmachte.