Werner Höchstetter Die Erweiterung des Bürgerwindparks Litzendorf-Hohenellern war das Aufregerthema der jüngsten, teilweise emotional geführten Litzendorfer Gemeinderatssitzung - neben der angestrebten Verbesserung der Stadtbusanbindung sowie dem Zwischenbericht des Jugendpflegers Franz Bezold.

Die Installation eines vierten Bürgerwindrads könnte durch den Einbau einer Wasserbatterie ein "Meilenstein in der Energieversorgung" werden, da auch in Spitzenlastzeiten Strom produziert werden könne.

Ein Hauptproblem für die Realisierung wird die sogenannte "10-H-Regelung" sein, derzufolge Windkraftanlagen mindestens zehn Mal so weit von den nächsten Wohnhäusern sein müssen, wie das Windrad hoch ist. Bei einem 200 Meter hohen Windrad wären das zwei Kilometer. Spöttern zufolge steht "H" für "Horst", den Vornamen des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten und jetzigen Bundesinnenministers Seehofer. Angeblich sei die Rotationsgeschwindigkeit der Windradflügel sinnbildlich für das Maß, mit dem der wankelmütige "Drehhofer" seine Meinungen zu ändern pflegte.

Für Herbert Schütz (CSU) stellt die schiere Wassermenge für die Wasserbatterie den wunden Punkt dar. Michael Kummer (CSU) sieht Vorbehalte in der Bevölkerung sowohl gegen die Windkraftanlage als auch gegen die Wasserbatterie.

Aufgrund der extremen Wetterphänomene, die zurzeit weltweit auftreten, sieht Wolfgang Heyder (SPD) "keinen Handlungsspielraum". Und Georg Lunz (Grüne) sprach sich dafür aus, alle Optionen zu prüfen, "auch die mit Wasserbatterie". Schlussendlich stimmte das Gremium dafür, die "Genehmigungsvoraussetzungen für ein viertes Bürgerwindrad zu eruieren".

Fleißig debattiert wurde auch beim Thema Verbesserung des ÖPNV. Peter Scheuenstuhl von den zuständigen Stadtwerken stellte das Linienbusangebot vor, das aufgrund der "Komplexität der Materie" noch nicht endgültig ist, da die Berechnungen der Linienbedienung sehr aufwendig seien. Vor allem die Einbeziehung von Bahnhof und ZOB gestalte sich zeitraubend.

Man sei jedoch bemüht, den Wünschen der Gemeinde gerecht zu werden, besonders beim durchgängigen 30-Minuten-Takt für die Kerngemeinde. Positiv auch die Aussicht, dass die Anzahl der Fahrten an Wochenenden fast verdoppelt wird, falls das Konzept durchgeht.

Entscheidend für die Akzeptanz werde die Preisgestaltung sein, wobei bis hin zum 365-Euro-Ticket verschiedene Varianten denkbar sind. Endgültig festgezurrt werden die neuen Abfahrtszeiten in der Februarsitzung.

Die Einweihung der Multifunktionsanlage stellte nicht nur aus der Sicht des Jugendbeauftragten Franz Bezold das herausragende Ereignis des abgelaufenen Jahres aus der Sicht der Dorfjugend dar. Erster Bürgermeister Wolfgang Möhrlein schloss sich den Lobeshymnen an und freute sich, dass mit der Umsetzung der Pumptrack-Anlage ein idealer Treff- und Mittelpunkt der Jugend geschaffen wurde. Für die Zukunft seien weitere Workshops und der Innenausbau des Bauwagens vorgesehen. Wunschziel ist die Schaffung eines eigenen Jugendraums in Form einer Fahrradwerkstatt.