Ekkehard Roepert Forchheim —  Ein Gestaltungskonzept für das Kellerwald-Gelände gebe es "nicht erst seit vorgestern", ärgert sich Thomas Werner. Der CSU-Stadtrat wirft Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) vor, "nicht frühzeitig gehandelt" zu haben. Die Gestaltung des Kellerwaldes bleibe Stückwerk. Statt das Konzept von 2015 umzusetzen, würden "immer nur Einzelmaßnahmen diskutiert".

Der Ärger über die schleppende Gestaltung des Annafest-Geländes entzündete sich im jüngsten Stadtrat am Thema der Geländer. Wie wiederholt berichtet, musste die Stadt, um den Sicherheitsauflagen gerecht zu werden, beim diesjährigen Annafest mit provisorischen Geländern arbeiten.

Da jetzt insgesamt 1135 Meter Geländer geschmiedet und dafür rund 1,3 Millionen Euro ausgeben werden müssen, regte sich Unmut unter den Räten. Im Frühjahr habe der Stadtrat die "einheitliche Meinung" vertreten, das Gestaltungskonzept umzusetzen, erinnerte Annette Prechtel (FGL). Stattdessen seien beispielsweise "zwei Treppen gemacht worden, die nicht reinpassen". Nun würden Geländer in den Kellerwald gebaut, die möglicherweise wieder nicht zu den Gestaltungswünschen passen. "Es wird nicht aufs Ganze geschaut, das führt nicht zu einem attraktiven Kellerwald-Gelände", kritisierte Prechtel.

Sebastian Körber (FDP) schloss sich der Kritik an und sprach von einer "Flickschusterei". OB Kirschstein wehrte sich gegen diesen Begriff. Zudem bedeute der Bau der Geländer nicht, dass gleich das gesamte Kellerwald-Konzept "festgezurrt" werde.

Auch Udo Schönfelder (CSU) meinte, dass zumindest ein "Probestellen" der Zäune sinnvoll sei. Uwe Kirschstein und Manfred Hümmer (FW) wiesen vor allem auf den Sicherheitsaspekt hin: ohne Geländer kein Kellerwaldbetrieb. Hümmer sprach von einer "Muss-Entscheidung" und appellierte, die neuen Zäune zumindest schon mal da aufzustellen, "wo die größte Gefahr herrscht".

Dagegen machte sich Thomas Werner dafür stark, die provisorischen Zäune des Annafestes 2019 im kommenden Jahr nochmals zu verwenden; und so Zeit für eine ausgereifte Gestaltung zu gewinnen. Martina Hebendanz (CSU) und Sebastian Körber (FDP) unterstützten den Vorstoß. Aber 30 der 33 Stadträte wollten nicht länger warten.

"Machen wir den ersten Schritt, bauen wir den ersten Meter auf", forderte Holger Lehnard (CSU). "Jetzt in die Sanierung einsteigen", das wollte auch Reiner Büttner (SPD): "Die Sanierung der Geländer wird das Gesamtkonzept nicht beeinträchtigen."

OB Kirschstein wies auf den 26. April hin. Dann beginnt die neue Saison im Kellerwald. Die Stadt müsse dringend handeln; das Provisorium des jüngsten Annafestes habe nur das Thema "Sturzsicherheit" abgedeckt. "Das Thema Tragfähigkeit ist nicht gelöst. Die Auflagen sind nur zum Teil erfüllt. Wir haben beim laufenden Betrieb schon viele Augen zugedrückt."