Er ist schon 81 Jahre alt, Theo Schindzielarz aus Bad Staffelstein. Eigentlich genau die Zielgruppe des Seniorennachmittags. Doch bevor der rüstige Rentner sich am Mittwochnachmittag mit Kaffee und Kuchen bewirten ließ, stand er schon morgens um 8 Uhr mit zehn weiteren Helfern in der Adam-Riese-Halle und half mit, beim Richten der Stühle und Tische, Tafeln eindecken und Gläser und Besteck polieren.

Schließlich hatten sich zum mittlerweile 30. Seniorennachmittag der Stadt um die 500 ältere Damen und Herren aus allen 29 Ortsteilen, zwei Seniorenheimen und der Kernstadt selbst angemeldet. Weit mehr als 500 sind es letztlich geworden, Kuchen und der Leberkäse zum Abendessen mussten nachgeordert werden.

Am Anfang war's mit Ausflug

Dabei war der Nachmittag in den Anfangsjahren ein ganz anderer: Auch damals, ab 1985, holten zwar schon fünf oder sechs Busse die betagten Mitbürger ab, und fuhren sie in die Adam-Riese-Halle zum gemütlichen Kaffeetrinken. Doch zuvor machten die Senioren einen Ausflug in die nähere Umgebung, sahen sich die Fränkische Schweiz an oder besuchten nahe gelegene Städte wie Bayreuth. Aber irgendwie war die Zeit zum Plausch beim Kaffeekränzchen zu kurz, und so ließen die Verantwortlichen kurzerhand den Ausflug weg.

Ein Loch in der Stadtkasse machten dann dem Seniorennachmittag zunächst den Garaus. Einer machte es aber wieder möglich: der Staffelsteiner Karl Schardt. Dank seiner großzügigen Spende, so Walter Mackert, wurden die folgenden vier Seniorennachmittage finanziert, dann übernahm die Stadt erneut. Gleich geblieben sind die herzliche Stimmung, die bunte Auswahl an Musik zum Mitsingen, Schunkeln und Klatschen und einige Aufführungen von Kindern und Senioren. Heuer war es wieder die Ballettgruppe von Alice Göhl, die mit verschiedenen Tänzen die Besucher begeisterte. Wunderschöne Choreografie, bekannte Musikstücke und fröhliche Kinder - das gefiel den Senioren, die eifrig Beifall spendeten.

Tanz mit bunten Tüchern

Ein weiteres Mal mit dabei war auch die Seniorentanzgruppe unter der Leitung von Schwester Adelheid. Die 14 Frauen führten im Walzertakt einen Tanz mit bunten Tüchern vor. Zwischen den Aufführungen unterhielten Bernd und Jürgen Donath von der Band "Mainfieber".

Der Seniorenbeauftragte Walter Mackert, der mit weiteren Stadträten, dem Seniorenbeirat, dem Team 60 plus, dem Frauenunion-Team und dem TSV-Team um Jürgen Dietz im Einsatz war, war glücklich über die große Resonanz. Wie immer gab es auch an diesem Nachmittag ein kleines Präsent für die ältesten Gäste: "Nur" Frauen waren diesmal darunter, eine Dame mit 99 Jahren, zwei weitere mit 97 Jahren und vier Seniorinnen mit 95 Jahren. Sie erhielten eine Flasche Bürgermeister-Sekt, genau wie die am längsten Verheirateten im Saal: zwei Pärchen mit je 64 und drei mit je 62 Jahren Ehedauer. Dazu gab es einen Thermengutschein.

Ein "herzliches Grüß Gott" und einige besinnliche Worte zum Thema Alter sprachen die beiden Geistlichen Sabine Schmid-Hagen und Georg Birkel, der stellvertretende Bürgermeister Hans-Josef Stich wünschte kurz und bündig einen harmonischen Nachmittag  - und es wurde auch wieder einer.