VG-Vorsitzender Günther Hübner (Harsdorf) macht Druck. Im April stellte Architekt Karl-Heinz Greim der Gemeinschaftsversammlung die ersten Planungen zur Barrierefreiheit und energetischen Sanierung des Trebgaster Rathauses vor, die im Wesentlichen eine Kellerdeckendämmung, eine neue Heizung und neue Kunststofffenster vorsieht. Nachdem zwischenzeitlich der Genehmigungsbescheid für die Förderung nach dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) eingegangen war, gab das Gremium in der Sitzung am Dienstagabend für beide Maßnahmen grünes Licht, und zwar einstimmig.
Hübner stellte der Versammlung vier Varianten für einen Außen-Hebelift vor, die er mit dem Architekturbüro erarbeitet hatte. Einigkeit bestand von vornherein darin, dass der Aufzug bis in die erste Etage gehen soll, und zwar an der Nordwestseite des Gebäudes. Hübner: "Bei einer Verlängerung bis in das Dachgeschoss würden wegen des vorhandenen Walmdaches größere Eingriffe im Dachbereich notwendig werden. Ein Anbau an die Südwestseite hätte den Verlust von Parkplätzen zur Folge und würde zu größeren Änderungen im Innenleben des Rathauses führen."
Auch bei der Materialauswahl zwischen einer Glas-, Aluminium- oder Putzfassade gab es keine großen Meinungsverschiedenheiten. Lediglich Reinhard Kortschack (Ködnitz) plädierte wegen eines harmonischeren Aussehens zunächst für eine Putzfassade, schloss sich dann aber der Mehrheit an, die für die Glas-Variante stimmte. "Gestalterisch und vom Raumkonzept her haben wir damit die interessanteste Variante gewählt. Glas wirkt transparent und locker", war Günther Hübner mit der einstimmig getroffenen Entscheidung zufrieden.
Auf die Frage von Herwig Neumann, ob sich das Glas im Sommer nicht zu sehr aufheize, stellte Architekt Karl-Heinz Greim fest, dass diese Gefahr bei der Ausrichtung des Aufzuges nach Nordosten nicht sehr groß ist, zumal eine Dauerlüftung vorgesehen ist. Greim nannte weitere Details: "Beim Aufzug wird es sich um eine geschlossene Kabine handeln, die durch einem Seilantrieb betrieben wird. Ein hydraulischer Aufzug hat den Nachteil, dass der Schacht immer temperiert werden muss, weil das Hydrauliköl eine bestimmte Temperatur haben muss. Die vorhandene Rampe kommt weg, der bisherige Parkplatz an dieser Stelle wird ein Behindertenparkplatz. Lediglich der Technikkasten der Telekom muss versetzt werden."
Die beiden Maßnahmen gliedern sich in zwei Abschnitte. Die Kostenermittlung für Bauabschnitt I ergab eine Summe von 197 530 Euro (inklusive Nebenkosten), die mit 90 Prozent bezuschusst wird. Die Deckung der restlichen 10 Prozent soll durch die Erhebung einer einmaligen Investitionszulage der VG-Gemeinden gewährleistet werden. Für den Bauabschnitt II wurden 126 570 Euro (plus Nebenkosten) ermittelt. Zur Finanzierung soll ein Darlehen bei der KfW-Bank aufgenommen werden, Zinssatz derzeit 0,05 Prozent. Wegen der energetischen Maßnahmen wird die Darlehenssumme mit 5 Prozent bezuschusst. Die Gemeinde Trebgast soll gebeten werden, zu prüfen, ob das Rathaus in die Städtebauförderung aufgenommen werden kann. Im positiven Fall wären dann von 100 000 Euro Bausumme 30 Prozent förderfähig (mit 60 Prozent).


Haushalt der VG ist geordnet

Kämmerer Christopher Schröder gab die Feststellung und Ermittlung der Jahresrechnung 2015 bekannt. Sie schließt im Verwaltungshaushalt mit 740 986,04 Euro (plus 0,13 Prozent), im Vermögenshaushalt mit 59 813,85 Euro (plus 290,94 Prozent) ab. Im Bereich der EDV-Anlage wurden die Haushaltsansätze um 9265 Euro überschritten. Durch höhere Einnahmen aus Zuwendungen und Verwaltungsgebühren, sowie Einsparungen bei den Personal- und Sachkosten konnten dem Vermögenshaushalt 28 320 Euro zugeführt werden. Dadurch konnte die allgemeine Rücklage um 48 880 Euro aufgestockt werden. Sie hat damit zum 31.12.2015 ein Volumen von 72 926 Euro erreicht. "Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ist für die kommenden Maßnahmen hilfreich", kommentierte Schröder, der derzeit die Geschäftsleitung innehat, das Zahlenwerk und fasste zusammen: "Die Haushaltswirtschaft der VG Trebgast ist als sehr geordnet zu bezeichnen." Er informierte noch darüber, dass der "Kopfbeitrag" nach dem Finanzausgleichsgesetz ab 2017 von derzeit 16,70 Euro pro Einwohner auf 17,85 Euro angehoben wird.