Karl-Heinz Hofmann Küps — Der Abwasserverband Kronach-Süd (AWV) trat am Mittwoch zur konstituierenden Sitzung im Rathaus Küps zusammen. Neben Personalentscheidungen, die nach der Kommunalwahl im März fällig waren, gab es auch eine wichtige Entscheidung für die Fortführung des Projekts Pumpwerk und Regenüberlaufbecken Schmölz I.

Diplom-Ingenieur Walter Brandner vom Ingenieurbüro SRP Schneider und Partner Kronach stellte den Verbandsräten mehrere mögliche Modifikationen vor. Der Experte und Berater des AWV hatte aber auch schon eine Empfehlung ausgearbeitet. Dieser Empfehlung folgte das Gremium dann auch mit Beschluss. Einstimmig entschied man sich für Modifikation III und beauftragte die Verwaltung, das Projekt gemäß Modifikation III weiter voran zu treiben und zu gegebener Zeit wieder das Gremium zu informieren. Zum Sachverhalt rief Verbandsvorsitzender Bernd Rebhan (Bürgermeister von Küps) in Erinnerung, dass das Gremium in seiner Sitzung am 11. September 2019 das Ingenieurbüro Schneider und Partner mit einer Variantenuntersuchung für die Ertüchtigung und Sanierung beziehungsweise Erneuerung des Pumpwerks Schmölz I beauftragte.

In der konstituierenden Sitzung am Mittwoch stellte Brandner detailliert die Ergebnisse der Untersuchungen vor. Es wurden vier Modifikationen gegenübergestellt, die in den geschätzten Sanierungskosten zwischen 1,3 Millionen bis 2,9 Millionen Euro variierten. Das Büro sprach folgende Empfehlung aus: Neubau eines Pumpwerks und Regenüberlaufbecken mit GFK-Elementen (Glasfaserverstärkter Kunststoff), Rückbau des bestehenden sanierungsbedürftigen Pumpwerkes, Sanierung und Umbau des bestehenden Regenüberlaufbeckens in ein Regenrückhaltebecken (RRB), die Sanierung der Einleitungsstelle zum Krebsbach und die Gewässerverbesserungsmaßnahmen im Krebsbach bis zur Querung der Bundesstraße 303.

Durch die genannten Maßnahmen werden neben dem Neubau/Sanierung der Anlage auch die Forderungen des Landratsamtes und Wasserwirtschaftsamtes Kronach vollständig erfüllt, was sehr wichtig für die weitere Vorgehensweise ist, erörterte Ingenieur Brandner. Schließlich bezifferte er die Kosten für diese Variante III, auf die sich die Räte einigten, mit 1 640 064 Euro.

Premiere für Jörg Neubauer

Eingangs der Sitzung wies Verbandsvorsitzender Rebhan auf die wichtigen und vielfältigen Umweltaufgaben des AWV hin. Ein Novum war die Vorstellungsrunde, in der sich die Verbandsräte vorstellten, da das Gremium erstmals nach der Wahl in neuer Besetzung tagte. Der AWV wird von insgesamt zwölf Verbandsräten aus den Kommunen Küps, Weißenbrunn und der Stadt Kronach besetzt, plus Vorsitzender, der vom Bürgermeister des Marktes Küps gestellt wird. Weil der bisherige stellvertretende Vorsitzende Egon Herrmann nicht mehr dem Gremium angehört, wurde mit Jörg Neubauer (Bürgermeister von Weißenbrunn) ein neuer stellvertretender Verbandsvorsitzender gewählt.

Auch der Rechnungsprüfungsausschuss wurde neu besetzt. Ihm gehören an (in Klammern der Stellvertreter): Ausschussvorsitzender Jörg Neubauer (Michael Gödel), Winfried Lebok (Hubertus Freiherr von Künsberg), Ralf Pohl (Matthias Hopf), Gerhard Sesselmann (Felix Boxdörfer).

Verbandsvorsitzender Bernd Rebhan informierte über derzeit laufende Baumaßnahmen auf dem Klärwerksgelände des AWV bei Nagel. Dort entstand mittlerweile eine Gebläsehalle, die Anbindung der bereits vorhandenen Gebläse wird innerhalb der nächsten Wochen durchgeführt. Anfang Juni haben Arbeiten am Trafogebäude begonnen, die zur Einspeisung des Stromes aus der Mikrogasturbine und der neuen Photovoltaikanlage nötig sind. Der Auftrag für die 358 Kilowatt-Peak leistende Photovoltaikanlage wurde an die Firma Münch vergeben, innerhalb der nächsten drei bis vier Monate erfolgt die Installation. Arbeiten zum Bau zur Aufstellung der neuen Schneckenpresse sind im vollen Gange. Laut Zeitplan ist die Fertigstellung bis Ende August vorgesehen.

Ferner stellte der Vorsitzende mit Bildern das neue Multifunktionsfahrzeug Hako vor. Das neue Multicar ist mit einem Wassertank ausgestattet, der die Möglichkeit eröffnet, mit heißem Wasser Pumpwerke reinigen zu können. Aus der nicht-öffentlichen Sitzung vom 1. April gab der Verbandsvorsitzende bekannt, dass es gelungen ist, beim Zweckverband für Abfallwirtschaft (ZAW) freie Verbrennungskapazitäten zu bekommen. Klärschlamm vom Klärwerk Nagel kann somit im Müllheizkraftwerk Coburg- Neuses angenommen werden. Das Gremium stimmte am 1. April einer Klärschlammannahmevereinbarung zu.