Karl-Heinz Hofmann "Es tut sich etwas in Kronach", sagte Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) freudestrahlend zur Eröffnung der Sitzung des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses am Donnerstag im Rathaus in Kronach. Der Hinweis galt vor allem der umfangreichen Tagesordnung mit über 20 Tagesordnungspunkten, die es zu beraten gab - erstmals unter ihrer Leitung als Bürgermeisterin.

Vorangegangen war eine Ortsbegehung im Ziegelwinkel. Dabei ging es um den Neubau eines Gehwegs, gedacht als Abkürzung vom Zugang von der Staatsstraße 2200 in Höhe Tüv zur Parallelstraße im Wohngebiet Ziegelwinkel in Höhe Matthias-Kaiser-Straße. Hofmann informierte, dass dieses Gebiet in den vergangenen Jahren wohnbaulich erheblich erweitert wurde. Dadurch entstand der Wunsch von Anliegern nach einem neuen Gehweg als kürzere Verbindung für Fußgänger zur Stadt.

Günstigere Alternative

Der Leiter der Stadtwerke Kronach führte aus, dass hier ursprünglich schon mal ein ordentlicher Gehweg geplant war. Die Realisierung war aber an den Kosten von circa 100 000 Euro gescheitert. Nach der nun angestrebten Variante mit reduzierter Baubreite auf 1,50 Meter und einer einfachen Bodengestaltung könne er sich die Durchführung mit Kosten von circa 40 000 Euro vorstellen. Dabei handle es sich aber nur um eine grobe Kostenschätzung, die nicht fundiert sei, sagte Löffler. Den Kosten/Nutzen wolle er nicht beurteilen. Nach Ansicht der Anlieger sei es aber eine sinnvolle Geschichte.

Ziel sei es, die Stadt Kronach erlebbarer und begehbarer zu machen und dies barrierefrei, führte Bernd Liebhardt (CSU) dazu aus. In diesem Fall sah er die Notwendigkeit eines neuen Fußweges gegeben, wozu eine sogenannte kleine Lösung mit einer Breite von 1,50 Meter ausreichend sei. Die Breite solle aber nur eine Orientierungsgröße sein, die auch an manchen Stellen kleiner oder größer ausfallen könne. Dies werde die Bearbeitung ergeben.

Hans Simon (SPD) erinnerte daran, dass hier sogar mal eine Straße geplant war. Er sah einen Fußweg als sinnvoll an. Martina Zwosta (FL) plädierte für einen Gehweg und dachte dabei auch an Rollstuhlfahrer. Ergänzend schlug sie eine Querungshilfe über die Straße vor. Auch Tino Vetter (FW) sah in dem Wegeneubau eine gute Sache.

Die Abstimmung verlief einstimmig für einen Wegeneubau. Allerdings war dies nur ein Empfehlungsbeschluss für den Stadtrat, der sich mit der Thematik endgültig befassen wird. An der Ortsbegehung bestand großes Interesse der Anlieger. Es nahmen sowohl Befürworter wie Gegner eines Wegebaus teil und beide Seiten fanden Gehör.

Weitere Bauvorhaben diskutiert

Der Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage im Weiler Kestel rief gegensätzliche Meinungen und Ansichten hervor. Stadtplaner Daniel Gerber kam nach Prüfung der Sachlage zur Ansicht, das gemeindliche Einvernehmen zu versagen. Die Räte stimmten allerdings nach eingehender Diskussion mit 5:4 Stimmen für den Vorschlag von Angela Hofmann, das gemeindliche Einvernehmen für diesen Vorbescheid zu erteilen. Es handle sich um eine junge Familie und um eine dadurch gesicherte Fortführung eines landwirtschaftlichen Anwesens, führte sie unter anderem als wesentliche Gründe an. Während einige Räte der Bürgermeisterin zustimmten, gab vor allem Winfried Lebok (CSU) dem Stadtplaner völlig recht. Wie Grebner sah Lebok in dieser Planung eine bauliche Fehlentwicklung.

Ein circa 40 Meter hoher Stahlbetonantennenträger, der in der Blumau errichtet werden sollte, fand nicht die Zustimmung. Anwohner, die sich zu Wort gemeldet hatten, sprachen gar von einem "Monster" am nördlichen Eingang zur Stadt.

Von einer sehr positiven Entwicklung sprach die Bürgermeisterin zum Antrag auf Neubau einer Sägehalle mit Bachüberfahrt in Höfles. Das Einvernehmen wurde mit einstimmigem Votum erteilt - allerdings mit der Auflage, dass die Fassadenverkleidungen nicht in Stahltrapezblech, sondern in Holz ausgeführt werden. Grundsätzlich positiv war auch ein Antrag auf Neubau einer Wohnanlage mit zwei Wohneinheiten, Penthaus Krahenberg, zu bewerten. Daniel Gerber hob allerdings erhebliche Bedenken hervor. Nach längerer Debatte machte Bernd Liebhardt den Vorschlag, den Antrag zurückzustellen und mit dem Bauwerber ein Gespräch zu führen. Der Bauherr ist als kreativ und kompromissbereit bekannt, deshalb werde man einen Weg finden.

Länger debattiert wurde auch über den Antrag auf Neubau eines Einfamilienwohnhauses in der Rosenbergstraße. Unter Vorbehalt einer Überprüfung der grundbuchrechtlichen Gegebenheiten wurde dem Vorhaben zugestimmt.