Gemeinderat Martin Sesselmann (SPD/WG Trebgast) wollte von Bürgermeister Herwig Neumann (CSU/NWG) wissen, warum die vom Straßenbauamt mit Schreiben vom 10. Februar geforderte und für den 12. März terminierte Fällung letztlich doch nicht erfolgt ist. "Was ist da so kurz vor der Fällung passiert?" Sesselmann kritisierte vor allem die ursprüngliche und alleinige Entscheidung des Bürgermeisters, die Linde zu fällen. "Ich frage mich, ob da durch die Öffentlichkeit in sehr kurzer Zeit nicht doch großer Druck entstanden ist. Obwohl das alles massiv an der Öffentlichkeit vorbei ging." Viele Bürger seien an ihn und auch andere Gemeinderäte herangetreten und fragten, ob das nicht vermieden werden kann. "Wir konnten keine Antwort geben, weil wir bis heute nicht wissen, was das Straßenbauamt überhaupt geschrieben hat. Und welche rechtliche Grundlage eventuell dahinter steht."

Der Bürgermeister wiederholte im Prinzip das, was er dazu bereits im Vorfeld verlauten ließ (die BR berichtete am 12. März). "Natürlich haben mit der Rechtsaufsicht und dem Fachberater im Landratsamt sowie zwei Statikern Gespräche stattgefunden, in welche rechtliche Lage uns das Schreiben des Staatlichen Bauamts versetzt. Wichtig war, wie wir nicht in die Haftung kommen würden." Ausschlaggebend sei für ihn dann eine Aussage in der vergangenen Woche gewesen, nach der diese Behörde eine Sanierung der Mauer in den nächsten Jahren nicht vorgesehen hat. "Im Umkehrschluss bedeutete das für mich, dass die Mauer dann nicht so gefährdet sein kann." Nach Vorgabe der Unteren Naturschutzbehörde müssen jetzt, zusammen mit einem Baumsachverständigen, geeignete Maßnahmen zur Sicherung der Mauer beschlossen werden.

Werner Köstner (SPD/WG) hakte nach. "Wir alle sind vor fast einem Jahr angetreten, um das Beste für unsere Gemeinde zu erreichen. Um das zu gewährleisten, müssen wir darüber nachdenken, wie wir die Transparenz und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltung verbessern können." Hilfreich wäre für ihn, im Vorfeld einer Sitzung bereits mehr Unterlagen zu den Tagesordnungspunkten ausgehändigt zu bekommen, um sich schon mal ein besseres Bild machen zu können. Der Bürgermeister sieht hier einen wachsenden Prozess. "Wir versuchen, das schon zu gewährleisten, soweit es möglich ist."

Akrobatik-Park am Badesee

Der Gemeinderat beschloss, bei der Regierung von Oberfranken im Rahmen der Städtebauförderung einen Antrag auf Einrichtung eines Projektfonds zu stellen. Damit soll die Möglichkeit genutzt werden, kleinere Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität und Aufwertung ihres Ortes hinsichtlich ihres Erscheinungsbildes und ihrer Außenwirkung zu verwirklichen. Konkret sind für 2021 zwei Vorhaben angedacht: Die Einrichtung eines Calisthenic-Parks mit Workout-Station am Badesee. Dieser umfasst in der Regel verschiedene Trainingsgeräte wie Stangen, Recks und Barren, an denen Eigengewichts- und akrobatische Übungen durchgeführt werden können. Weiterhin soll der Fremdenverkehrsverein bei der Auflage eines Prospektes unterstützt werden. In beiden Fällen übernimmt die Gemeinde 50 Prozent der anfallenden Kosten, die dann mit bis zu 80 Prozent Zuschuss gefördert werden können. Der Fonds soll zunächst mit 15 000 Euro ausgestattet werden.

Bauausschuss war unterwegs

Verschiedene Stationen besichtigte der Bauausschuss in der vergangenen Woche. Im Zuge des aktuellen Umbaus der Grundschule wird auch der Eingangsbereich neu gestaltet. Zusammen mit den Architekten wird überlegt, ob es sinnvoll ist, im Bereich der Hausmeisterwohnung einen zweiten Fluchtweg einzurichten. Festgelegt wurde im Pausenhof ein Bereich, der eventuell an die Kirchengemeinde verpachtet werden könnte, wenn der Kindergarten durch den geplanten Neubau Spielfläche verlieren würde.

Wenn die Sanierung von Ortsstraßen durchgeführt wird, soll auch der hintere Teil der Schulstraße mit berücksichtigt werden. In der Hang- und Lindenstraße informierte sich der Ausschuss darüber, welche Möglichkeiten der Bebauung sich bei den dortigen gemeindlichen Grundstücken bieten. In Feuln gibt es eine Stelle, an der die Ufermauer des Feulner Baches sehr eng an der Gemeindestraße steht. Es soll geprüft werden, ob die Situation durch eine Betonmauer verbessert werden kann. Der Feulner Spielplatz soll mit weiteren Spielgeräten aufgewertet werden.

Für die Fundtierversorgung, um die sich der Tierschutzverein Kulmbach kümmert, gewährt die Gemeinde einen Zuschuss von 785,50 Euro.