Anna Lienhardt

Es gab zwei Optionen, wie Claus Reinhardt aus dem Baureferat sagt: Entweder gleich im Anschluss an die Sanierung von Clavius-Gymnasium und Martinschule die nächste Baumaßnahme anpacken. Oder etwas Zeit verstreichen lassen. "Doch wir wollten die Anwohner später nicht noch einmal quälen. Also war es uns ein Anliegen, zügig weiterzumachen."
Mit Baustelle Nummer 2: Direkt um die Ecke der beiden Bildungseinrichtungen, am "Hinteren Graben", stehen Kanal- und Straßenbauarbeiten an. Dieses Jahr geht es vor allem an die Planung, 2018 und 2019 soll dann gebaut werden. In den kommenden Julitagen sollten nun erst einmal die Anwohner rund um die zukünftige Baustelle Post bekommen, denn zunächst steht die "Anlieger-Information" an.
Darin wird auch über die Kosten aufgeklärt. "Kanal- und Straßenbau zusammen kommen auf insgesamt etwa 1,4 Millionen Euro", sagt Claus Reinhardt. Den Großteil der Finanzierung übernehmen die Kommune und der Zweckverband Gymnasien, zwölf Prozent der Summe werden auf die Anlieger umgelegt. Das sind umgerechnet etwa 170 000 Euro, die sich laut Reinhardt auf 19 private Eigentümer verteilen. Rechtliche Grundlage dafür ist die sogenannte Straßenausbaubeitragssatzung.
Durchschnittlich kämen die Kosten pro Anlieger auf rund 9000 Euro - allerdings abhängig von Faktoren wie der Grundstücksgröße, der Geschosshöhe und der Nutzung der Immobilien. "Über Details wird in der Anliegerinformation gesprochen", kündigt Claus Reinhardt an.


Regenwasserkanal überlastet

Worum geht es grundlegend? Der über 100 Jahre alte Regenwasserkanal im "Hinteren Graben" ist laut Stadtverwaltung überlastet. Zwischen Fischerei und Kapuzinerstraße soll ein Mischwasserkanal gebaut werden, dazu sollen auf einer Länge von etwa 175 Metern Rohre mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern verlegt werden. In den Sitzungsunterlagen des Finanzsenats heißt es dazu: "Es wird davon ausgegangen, dass für die Kanalbaumaßnahme eine Vollsperrung des ,Hinteren Grabens‘ erfolgen kann. Für die Einbindung des Kanals in der Kapuzinerstraße ist zeitweise eine Reduzierung auf eine Fahrspur in Richtung Markusplatz erforderlich." Veranschlagt sind etwa drei Monate Bauzeit.
Danach geht es an die Neugestaltung der Straßenoberfläche. Hier soll sich einiges tun: Der südliche Gehweg auf der Seite der Schulen soll auf voller Länge wiederhergestellt werden - das Parken für Autos ist dort dann komplett verboten. Insgesamt fallen so zehn Parkplätze weg.
Auch bei den Motorradparkplätzen ändert sich was: Diese befinden sich aktuell vor den Wohngebäuden auf der Nordseite - was laut Reinhardt durchaus von Anliegern bemängelt wird, weil Lärm beim Starten der Motoren entsteht. Nach der Straßensanierung sollen die Motorradparkplätze auf die Südseite des Gehwegs umziehen, der verbreitert wird. Die Anzahl der Motorradparkplätze soll außerdem von 40 auf 22 Stück verkleinert werden.
Weiter geht es mit den Fahrradstellplätzen am Clavius-Gymnasium (CG). Diese sollen in Zukunft sowohl auf dem Schulgelände selbst als auch im öffentlichen Raum bestehen. Laut Claus Reinhardt aus dem Baureferat gibt es Überlegungen, ob die derzeit provisorisch eingerichteten Stellplätze an der Kapuzinerstraße erhalten bleiben. Sie befinden sich in Fahrtrichtung Markusplatz hinter Warnbaken. Insgesamt strebt die Stadtverwaltung eine Kapazität von etwa 350 Fahrradparkplätzen an, vor Beginn der Generalsanierung waren es 360.
Reinhardt betont: Bei allen Überlegungen handelt es sich um ein Konzept, demnächst stehe erst einmal die Planung von Entwürfen an. Im Bau- und Werksenat wird es wohl noch einmal einen Bericht mit den Rückmeldungen von Schulleitungen, Anliegern und dem Zweckverband Gymnasien geben.


Absperrpfosten und Fahrradbügel

Die beschriebenen ersten Grundüberlegungen hatten sowohl der Bau- als auch der Finanzsenat durchgewunken. Ebenso die angedachte Oberflächengestaltung im "Hinteren Graben": Beide Gehwegseiten sollen komplett neu mit Klinkerplatten gepflastert werden, die Fahrbahn selbst erhält wieder Kopfsteinpflaster.
Außerdem sollen auf der Gehwegseite der Schulen Absperrpfosten aufgestellt und die Fahrradbügel so angeordnet werden, dass nicht mehr mit Pkw geparkt werden kann.