"Ich freue mich darauf, mit der Gemeinde Glauben zu leben, die Menschen zu begleiten, Freud und Leid mit ihnen zu teilen", sagt Michaela Wüst. "Einfach auf dem Weg zu sein!"

"Auf dem Weg" ist die Weingartgreutherin schon seit einiger Zeit. Vor vier Jahren wurde sie durch den Bamberger Dekan Hans-Martin Lechner als Prädikantin beauftragt. Damit durfte sie bereits predigen und die Abendmahlsfeier selbstständig leiten. Jetzt, mit Abschluss ihres Studiums an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau, tritt Michaela Wüst zum 1. Oktober ihren Dienst als Vikarin für die Kirchengemeinden Pommersfelden, Steppach und Limbach an. Damit beginnt für sie - nach vier Jahren Studium als erster Teilstrecke - der zweite Ausbildungsabschnitt in der Gemeinde. Sie freue sich, wieder in die Praxis zu kommen, sagt Wüst. "Denn da komme ich ja her!"

45 Jahre alt ist Michaela Wüst, verheiratet und Mutter von zwei Kindern (17 und 20 Jahre alt). Ursprünglich hat sie Friseurin gelernt und in diesem Beruf auch einige Zeit gearbeitet. Bereits seit ihrer Konfirmation hat sie sich ehrenamtlich in ihrer heimatlichen Kirchengemeinde eingebracht, Exerzitien, Kinder- und Jugendgottesdienste mitgestaltet.

Sie absolvierte die Ausbildung zur Lektorin und Prädikantin und schlug damit schon den Weg zu ihrem eigentlichen Ziel ein, Pfarrerin zu werden. Insgesamt alles wertvolle Zeiten und Stationen, die sie nicht missen möchte, sagt die künftige Vikarin. Sehr in ihrer Kirchengemeinde verwurzelt, sei es anfangs jedoch schwer gewesen, sich während des Studiums nur in der Theorie zu bewegen.

Neuer Zugang zum Beruf

Als die Kinder größer wurden, war für Manuela Wüst der Zeitpunkt gekommen, "etwas Neues anzupacken". Irgendwie habe sie immer gespürt, dass sie einen Schritt weitergehen möchte. Die bayerische Landeskirche bot für sie den genau richtigen Weg an: Das Studium der Pfarrverwalterin, das Anwärtern mit mittlerem Bildungsabschluss, sowie Berufs- und Lebenserfahrung die Möglichkeit bietet, Pfarrer/in zu werden.

"Im Prinzip ist die Ausbildung die gleiche wie das Theologiestudium, nur eben ein neuer Zugang zum Beruf der Pfarrerin", erklärt Wüst. Vier Jahre Studium, das bedeutete für die Weingartsgreutherin viel Organsiation und mitunter auch Stress. Abstriche galt es auch, in der Freizeit zu machen. Von ihrer Familie habe sie aber immer volle Unterstützung bekommen.

Nun ist Michaela Wüst glücklich. In das zweieinhalbjährige Vikariat geht sie voll Zuversicht und mit freudiger Erwartung. Dankbar ist sie, dass sie während dieser Zeit zu Hause im nahen Weingartsgreuth wohnen und in ihre Kirchengemeinden "pendeln" kann. Ihre Mentorin ist Pfarrerin Angelika Steinbauer. "Am Anfang werde ich Frau Steinbauer begleiten, später dann alleine Aufgaben übernehmen", sagt sie.

Dass sie genau diese Stelle bekommen habe, sei ein echter Glücksfall. "Noch dazu mit einer so tollen Pfarrerin", schwärmt Michaela Wüst. Begleitend zum Vikariat wird sie regelmäßig in Nürnberg Predigerseminare besuchen.