Die Hauptversammlung der Feuerwehr in Rödental war geprägt von der Frage, wie es mit dem Feuerwehrverein weitergehen soll. Auslöser für die Diskussion war der Rücktritt des Ersten Vorsitzenden, Arthur Rink, im Juli des vergangenen Jahres.
Die damalige Amtsniederlegung ging nicht lautlos über die Bühne. Vielmehr hinterließ Rink eine deutliche Botschaft an die Mitglieder. Wenn man die E-Mail, die dem Zweiten Vorsitzenden Rolf Wohlleben zuging, richtig interpretiert, hat Arthur Rink sein Amt "hingeschmissen". Die Ursache lag demnach an dem mangelnden Interesse der aktiven Wehrleute, das Vereinsleben zu unterstützen. So musste Rolf Wohlleben verlesen, dass der ehemalige Vorsitzende festgestellt habe: "Das Amt tut mir nicht gut." Demnach bemängelte Rink auch die mangelnde Motivation, ihn bei der Bewältigung seiner Aufgaben zu unterstützen. Rolf Wohlleben sagte, für ihn habe das bedeutet, völlig unvorhersehbar in die Bresche springen zu müssen, um den Feuerwehrverein vorübergehend zu führen.
In der Hauptversammlung sollte nun ein neuer Vorsitzender gefunden werden. Rolf Wohlleben stellte hierzu unmissverständlich fest, dass er nicht bereit sei, dieses Amt zu übernehmen. Rödentals Zweiter Bürgermeister Thomas Lesch (SPD) trat als Wahlleiter vor die Versammlung und teilte mit, dass der Vorstand mit einem möglichen Kandidaten gesprochen habe, dieser aber noch nicht "so weit sei", sich zu erklären, ob er für das Amt zur Verfügung stehe. In Absprache mit Rolf Wohlleben schlug Lesch daher vor, die Wahl bis nach den Sommerferien auszusetzen. Die Anwesenden folgten seinem Antrag einstimmig. Nach dem Rücktritt von Arthur Rink war der Vorstand "in sich" gegangen, um nach Lösungen zu suchen. Kommandant Steffen Schaller erläuterte, dass man sich einig darüber sei, die Aufgaben im Verein auf mehrere Schultern zu verteilen. Eine "Task Force" sei gegründet worden mit dem Ziel, mittels Reformen das Schiff "Feuerwehrverein" wieder auf Kurs zu bringen.
Eine erste Idee war, dass die aktiven Feuerwehrleute auch einen Vereinsbeitrag entrichten. Bisher galt für sie das Prinzip der Beitragsfreiheit. Angedacht ist ein Beitrag von 15 Euro pro Jahr. Dies würde nach seinen Worten knapp 1000 Euro in die Vereinskasse bringen und damit den Druck nehmen, Veranstaltungen zur Finanzierung des Vereins durchführen zu müssen. So brachte das Feuerwehrfest im Jahr 2006 nach vier Tagen intensivstem Einsatz nur etwa 500 Euro ein. "Lohnt sich das noch?", fragte Schaller in die Runde. Auch machte er deutlich, dass die jungen Menschen, die zur Wehr kommen, Interesse an der Feuerwehr hätten und weniger am Vereinsleben. Außerdem, so der Kommandant, seien die Aktiven so stark in den Dienstbetrieb eingebunden, dass sie nicht noch mehr schultern könnten.
Eine deutliche Absage an Beiträge für die Aktiven gab Rolf Wohlleben. Für ihn wäre dies nichts anderes als ein "Ablasshandel". Nach einer Abstimmung wurde dieses Thema dem Vorstand übergeben, damit sich dieser weiter damit beschäftige. Rolf Wohlleben musste die Versammlung darüber informieren, dass es ihm nicht möglich sei, einen umfassenden Bericht der Vorstandstätigkeit abzugeben, da ihm keinerlei Informationen vorlägen.
Den Mitgliederstand bezifferte er mit 213 (Vorjahr 208). Diese teilen sich auf 105 Aktive, acht Jugendliche, 61 Passive, 22 Fördernde, zwei Kinder und 15 Ehrenmitglieder. Die Finanzlage des Vereins sei solide, informierte Reinhard Greiner die Versammlung. Im Gegensatz zur Wahl des Ersten Vorsitzenden gab es mit der Besetzung des stellvertretenden Schriftführers und eines Kassenprüfers keinerlei Probleme. Anja Zapf und Lukas Zapf wurden einstimmig mit den Ämtern betraut.
Bürgermeister Marco Steiner (FW) betonte, dass ein Rücktritt eines Vorsitzenden keine "spaßige Sache" sei. Beim Tag der offenen Tore habe er nicht den Eindruck gehabt, dass es so schlimm um den Feuerverein steht. Hat der Feuerwehrverein ein eher schwieriges Jahr hinter sich, sieht es bei der aktiven Wehr ganz anders aus. Als "eine starke Truppe mit vielen Facetten" bezeichnet Kommandant Steffen Schaller die Dienstleistenden. Bei insgesamt 77 Einsätzen war das Können der Wehrleute gefragt. Hinzu kamen noch 21 Fehlalarmierungen durch Brandmeldeanlagen. So war die Wehr bei 27 Bränden gefordert, leistete 39 technische Hilfeleistungen und 14 Sicherheitswachen. M. Rebhan