Die Vorfreude hat Monika Friedlein erfasst. "Hereinspaziert. Hier wird das ,Anni & Greg Trio' Rock- und Popsongs im kuscheligen Akustik-Gewand zum Besten geben", breitet sie ihre Arme aus.

Noch stehen die Besucherbänke für das Konzert am 20. Juli kreuz und quer vor dem ehemaligen Pferdestall. Ein alter Bauernhof im Mainleuser Ortsteil Proß wird zum zweiten Mal zur Konzertkulisse. Nach "Wolf & The Gang" gibt sich nun das "Anni & Greg Trio" die Ehre, das es 2018 bereits im Trebgaster Theatergarten prickeln ließ.

"Ich bin ein Theaterfreak"

Die Betriebswirtin und Theaterpädagogin, die auch Ausbildungscoach ist und sich vor zwei Jahren den Traum vom Leben auf einem Bauerhof erfüllt hat, plante nicht, ins Konzertgeschäft einzusteigen. "Es war genau umgekehrt: Die Musiker kamen auf mich zu", sagt Friedlein. Die Musik spielt im Leben der Proßerin nicht die erste Geige. Beim Plausch in ihrem Wohnzimmer geben ganz andere Dinge den Ton an. "Ich bin ein Theaterfreak", sagt die gebürtige Hochstadterin. Fast 20 Jahre lang leitete sie in Untersteinach die Theatergruppe "St. Oswald Artists", danach viele Jahre die Kindertheatergruppe "Capuccino", die in Wernstein das Märchen "Dornröschen" aufführte. Auch ihr Bauernhof in Proß war bereits mehrfach Schauplatz gelungener Theateraufführungen. Anfang Juli brachte Rüdiger Baumann mit der Werkstatt für behinderte Menschen in Melkendorf den "gestiefelten Kater" auf die Bühne.

Ihr Ziel ist es, eine eigene Theatergruppe mit Kindern und Jugendlichen auf die Beine zu stellen. "Beim Theaterspielen lernt man jede Menge Werte, wie Geduld, Teamfähigkeit oder Zuverlässigkeit. Und obendrein steigert es auch noch das Selbstwertgefühl." Dies jungen Leuten zu vermitteln, ist Friedlein ein Herzensanliegen. Sie brennt aber auch dafür, ihnen eine Perspektive fürs Leben zu geben. Vor ein paar Jahren gründete sie mit sechs Gleichgesinnten den Verein "Gut Maintal - Heartwork", der sich das auf seine Fahnen geschrieben hat. Ihr Beruf als Ausbildungscoach bei der Technischen Berufsbildung Bayreuth kommt ihr dabei zugute. Bei der Renovierung ihres Bauernhofs packte sie die Gelegenheit beim Schopf. Junge Flüchtlinge schauten den Handwerkern bei der Arbeit über die Schultern. "Ein junger Asylbewerber entdeckte seine Vorliebe für den Trockenbau. Ich vermittelte ihn erfolgreich an ein Bayreuther Unternehmen", strahlt sie noch heute.

Mit Kämpferherz

Als "Organisationstalent mit Kämpferherz" hatte sie einst eine heimische Tageszeitung bezeichnet. Aufgeben war für Friedlein trotz einiger Tiefs in ihrem Leben nie eine Option. Wer aufgebe, der gehe unter. "Wer aber wie der strampelnde Frosch im Butterfass aktiv wird, der überwindet Hürden und sieht auch wieder Licht am Ende des Tunnels", unterstreicht die Proßerin. An Antriebslosigkeit leidet sie noch lange nicht. Für die Zeit nach dem Konzert hat sie sich einiges vorgenommen. Im Pferdestall will sie ein Schlaflager für Radfahrer und Wanderer einrichten und auf einem Feld Kindern Einblicke in die Landwirtschaft gewähren. "Ehe ich's vergesse: Im September dieses Jahres schauen Mitarbeiter der Werkstatt für Behinderte aus Melkendorf zum Kaffee bei mir vorbei."

Langweilig dürfte es Friedlein also nicht werden.