Zum Winteranfang im Dezember stagnierte (+3 Personen) im Landkreis Lichtenfels die Arbeitslosigkeit bei 1501 gemeldeten Personen. Zum Vergleich - im letzten Jahr legte sie mit dem Start in die kalte Jahreszeit um 58 Personen zu.

Seit dem Vorjahr ist die Zahl der Arbeitslosen um 11,4 Prozent gestiegen (+154 Menschen). Lichtenfels verzeichnet unter allen Kreisen und Städten des Agenturbezirks Bamberg-Coburg die kleinste Erhöhung der Arbeitslosigkeit. In den vergangenen vier Wochen verloren 13,8 Prozent weniger Personen ihren Arbeitsplatz als im letzten Jahr, und es fanden 39,5 Prozent mehr eine neue Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote beträgt wie im November 3,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 3,5 Prozent.

206 Stellenangebote

Der Arbeitgeberservice bekam aus dem Landkreis Lichtenfels 206 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet. Das waren 51,5 Prozent (+70) mehr als im letzten Jahr. Der Arbeitgeberservice betreut aktuell 868 Arbeitsplatzofferten, 81 (+10,3 Prozent) mehr als Ende 2019. Das starke Plus im Stellenzugang und im Bestand entfällt zum Großteil auf die Bereiche Produktion und Fertigung sowie Verkehr, Logistik und Sicherheit.

Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt für den Bezirk Bamberg-Coburg neigte sich im Dezember ihrem Ende zu. Erstmals seit drei Monaten sorgte der nahende Winter im Dezember wieder für einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit. In den vergangenen vier Wochen erhöhte sich die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 2,9 Prozent. In der Vorweihnachtszeit beginnen sich zunehmend Arbeitnehmer aus den witterungsabhängigen Außenberufen arbeitslos zu melden. Die Zahl der Arbeitslosen wuchs daher um 1,8 Prozent (+219) auf 12 514 Menschen.

Obwohl die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie spürbar andauern, fiel der saisonal übliche Anstieg in diesem Jahr nur gut halb so groß aus wie im Vorjahr. Bei den Männern erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen vier Wochen um 188 (+2,7 Prozent), da diese die überwiegende Mehrheit an Arbeitskräften im Bauhandwerk ausmachen. Die der Frauen ist lediglich um 31 (+0,6 Prozent) angestiegen.

Im Dezember haben sich 1346 Personen arbeitslos gemeldet, 10,4 Prozent (-157) weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig fanden 963 Menschen eine neue Beschäftigung, 18,5 Prozent mehr (+150) als im Vorjahr.

Im August (aktuellster Wert) bezogen im Agenturbezirk insgesamt 1964 Betriebe für 24 058 Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld. Verglichen mit dem Höchststand im April reduzierten sich die Firmen in Kurzarbeit binnen vier Monaten bereits um 56,7 Prozent bzw. 2567 Betriebe. Die Zahl der Kurzarbeiter sank um 27 425 (- 53,3 Prozent). Wie sich der seit Anfang November andauernde Lockdown, der im Dezember nochmals verschärft wurde, auf die Inanspruchnahme von Kurzarbeit auswirkt, ist noch offen, da die Statistik für Kurzarbeit nach deren Abrechnung im Nachhinein erhoben wird.

Brigitte Glos, Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, zur aktuellen Situation am Arbeitsmarkt: "Der vergangene Monat begann mit einem für die Jahreszeit ersten saisonüblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Aus dem Baubereich kamen zunehmend Meldungen für den anstehenden Winter. Jedoch registrierten sich viele nur vorsorglich arbeitssuchend. Eine für die Jahreszeit verhältnismäßig milde Witterung und die weiterhin stabile Auftragslage im Handwerk sorgten dafür, dass Kündigungen zur Überbrü-ckung der kalten Jahreszeit bisher noch größtenteils ausblieben. Der bereits im November begonnene Lockdown light wirkte sich nur unwesentlich auf die Meldungen aus. Neun Monate nach dem Ausbruch der Pandemie erfolgte mitten im Weihnachtsgeschäft im Dezember der zweite harte Lockdown. Anders als im Frühjahr kam es bisher jedoch zu keiner Entlassungswelle. Stattdessen spüren wir einen deutlichen Anstieg bei den Anträgen auf Kurzarbeit. Die Folgen für die Entwicklung der Arbeitslosigkeit werden frühestens im Januar spürbar werden. Dann treffen sie auf den jährlich wiederkehrenden Gipfel der saisonalen Entlassungen in den Bauberufen. Ein Anstieg der Arbeitslosenzahl um gut 2000 Personen in diesem Monat wäre für die Jahreszeit nicht unüblich."

Der Arbeitsmarkt der Agentur Bamberg-Coburg umfasst sieben Gebietskörperschaften: Stadt und Landkreis Bamberg, Stadt und Landkreis Coburg sowie die Landkreise Forchheim, Kronach und Lichtenfels. Trotz der andauernden Folgen der Corona-Krise und dem Beginn der kalten Jahreszeit erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Dezember in der Region des Agenturbezirks nur leicht und mit geringerer Dynamik als im letzten Jahr. Die einzelnen lokalen Arbeitsmärkte reagieren jedoch in Bezug auf die Intensität unterschiedlich. Der Landkreis Bamberg verzeichnete den größten Anstieg (+4,5 Prozent), gefolgt von der Stadt Bamberg (+2,5 Prozent), den Landkreisen Coburg (+2,3 Prozent), Kronach (+0,8 Prozent), Forchheim (+0,6 Prozent) und Lichtenfels (+0,2 Prozent). In der Stadt Coburg sank die Arbeitslosenzahl um 0,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit liegt agenturbezirksweit prozentual im zweistelligen Bereich über dem Vorjahresniveau. red