Konfirmation ist ein besonderes Ereignis nicht nur für die Konfirmanden, sondern auch für die Eltern und die ganze Kirchengemeinde, auch wenn durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Hygienemaßnahmen alles etwas anders ist. So zogen mit mehrmonatiger Verspätung sechs Konfirmanden mit der Pfarrerin Tanja Vincent und dem Diakon Marco Schindler in Schney vom Gemeindehaus zur evangelischen Kirche St. Maria, wo die Jugendlichen in einem Festgottesdienst konfirmiert wurden. Anschließend konfirmierte die Pfarrerin fünf Jugendliche in der Maria-Magdalenen-Kirche in Buch am Forst.

Die Pfarrerin hatte in ihrer Predigt, die sie zusammen mit dem Diakon hielt, einen Maßstab aus ihrem Werkzeugkoffer mitgebracht, der in Zeiten von Abstandsregeln zu ihrem ständigen Begleiter geworden sei und der in der Predigt eine maßgebliche Rolle spielte. Den richtigen Punkt zwischen Nähe und Distanz zu finden, sei auch in vielen weiteren Lebenssituationen mit anderen Menschen nicht einfach. "Bei der Konfirmation geht es um eure Nähe zu Gott, zur Kirche und zur Kirchengemeinde, heute sagt ihr euer Ja zu Gott und zum christlichen Glauben", rief die Pfarrerin den Konfirmanden zu. Mit dem Meter könne man aber nicht nur Abstände ausmessen, sondern von dem erzählen, worum es heute gehe, nämlich von der Liebe Gottes.

Marco Schindler erinnerte mit dem aus dem Meter geformten Haus an das im Lukas-Evangelium geschilderte Zusammentreffen des zwölfjährigen Jesus mit den Schriftgelehrten im Tempel von Jerusalem, den er als Haus seines göttlichen Vaters sah. Im Gotteshaus und in der Kirchengemeinde seien auch die Konfirmanden willkommen. Bei Gott dürfe man Fehler machen und er vergebe, wenn man ihn darum bitte. Das Zeichen dafür sei das Kreuz, das der Diakon aus dem Metermaß konstruierte. Eigentlich sei das Kreuz ein Symbol einer Niederlage. Weil aber der Karfreitag nicht das Ende der Geschichte war, sondern Ostern mit der Auferstehung, dem Sieg des Lebens über den Tod folgte, sei das Kreuz das Symbol für Gottes Kraft, sei das Kreuz für uns ein Zeichen der Hoffnung. Da die jungen Leute am Tag ihrer Konfirmation im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stünden, könnten sie sich ein wenig wie ein König fühlen, weshalb die Pfarrerin aus dem Maßstab eine Krone kreierte. Bei Gott werde schließlich jeder Mensch ernst genommen, so wichtig wie ein König. Mit all diesem Wissen über den Glauben könne die Reise des neuen Lebensabschnitts losgehen, als Symbol dazu bastelte Marco Schindler ein Schiff. Die Jugendlichen würden immer selbstständiger und mit der Zeit für sich selber verantwortlich sein.

Zeichen der Hoffnung

Am Ende eines Sturmes tauche oft ein Regenbogen als Zeichen der Hoffnung auf, so wie es bei Noah nach der Fahrt mit der Arche geschehen sei, stellte die Pfarrerin fest. Die Konfirmanden sollten entsprechend dem Matthäus-Evangelium den Worten Jesus vertrauen: "Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende". Auch die Konfirmanden bekamen einen Zollstock, mit dem sie die Motive ebenfalls nachbauten.

Nach dem Konfirmationsversprechen und dem Glaubensbekenntnis nahmen die Konfirmanden am Abendmahl teil. Dorothea Lintzmeyer begleitete die Gottdienste musikalisch an der Orgel. Alfred Thieret