Am 3. Dezember 1926, vor 90 Jahren also, kam ein Mann auf die Welt, der in Ebermannstadt und der Fränkischen Schweiz tiefe Spuren hinterlassen hat. Er tat dies als Politiker und gläubiger Katholik, als Gedichteschreiber und Zeichner, als Kulturschaffender und Bewahrer. Die Rede ist von Karl Theiler aus Ebermannstadt.
Theiler prägte als Bürgermeister seine Heimatstadt und als FSV-Vorsitzender die Landschaft einer ganzen Region. Seine Karriere begann 1960 mit der Wahl in den Gemeinderat. Dort war er von 1966 bis 1972 zugleich Zweiter Bürgermeister und anschließend bis 1990 Bürgermeister von Ebermannstadt.


Zum Ehrenbürger ernannt

Zu Beginn seiner Amtszeit stellte die Landkreis- und die Gemeindegebietsreform große Ansprüche an Theiler. In seine 18-jährige Schaffensperiode als Bürgermeister fielen unter anderem der Bau der Realschule, des Gymnasiums und die Hochwasserfreilegung im Ort.
Karl Theiler setzte sich für die Städtepartnerschaft mit Chantonnay ein, wofür er schon 1980 zum Ehrenbürger der französischen Stadt ernannt wurde.
Für sein langjähriges kommunalpolitisches Wirken zeichnete ihn seine Heimatstadt 1996 ebenfalls mit der Ehrenbürgerwürde aus. Schon einige Jahre vorher, im Jahre 1993, bekam Karl Theiler das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Auch Mike Wuttke, der ehemalige Redaktionsleiter des Fränkischen Tag s in Forchheim, erinnert sich gerne an den "Saalers-Korl". Er berichtete unter anderem, dass Altlandrat Otto Ammon, der mit seiner Frau Lotte zu den engsten Freunden zählte, an Karl Theiler vor allem dessen absolute Zuverlässigkeit, seinen nicht unterzukriegenden Optimismus und die treue Freundschaft schätzte.
Die Freundschaft litt auch nicht darunter, als sich Karl Theiler von der CSU abwandte und zu den Freien Wählern wechselte. "Theiler hat die Interessen der Allgemeinheit immer über seine persönlichen gestellt", sagte der inzwischen ebenfalls gestorbene Altlandrat Ammon voller Respekt.
Seit seiner Rückkehr aus französischer Gefangenschaft im Jahre 1948 setzte sich Theiler voller Leidenschaft für den Erhalt des Brauchtums ein. 50 Jahre lang baute er in der Adventszeit die viel beachtete Krippe in der Pfarrkirche auf und spielte von 1949 bis 1955 in der städtischen Theatergruppe mit. 1950 schmückte er den ersten Osterbrunnen in Ebermannstadt. Theiler belebte den Kirchweihbrauch neu und war Mitbegründer des Ebermannstadter Elferrates. Von 1989 bis 2001 führte Theiler als Hauptvorsitzender den Fränkische-Schweiz-Verein.


Die höchste Auszeichnung

In dieser Eigenschaft setzte er sich leidenschaftlich mit Hans Backer für Felsfreilegungen ein und kümmerte sich um den Erhalt der einmaligen Wiesenlandschaft in den Tälern der Region. Sein großes Engagement trug ihm den "Ehrenschild", die höchste Auszeichnung des FSV, ein.
In seiner Freizeit betätigte sich Theiler als freischaffender Zeichner sowie als fränkischer Gedichteschreiber und Mundartautor. Seine Erzählungen spiegeln eine genaue Kenntnis fränkischer Lebensart wieder.
Der Tod holte Karl Theiler plötzlich und für alle unerwartet. Er starb am 29. Juni 2003 im 77. Lebensjahr. Die Lücke, die er hinterließ, ist bis heute nicht geschlossen.