Bis in die späten 1930er Jahre existierte die Israelitische Kultusgemeinde Steinach, deren Ursprung bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückreicht. Ausschreitungen in der Pogromnacht vom 9. November 1938 gab es in Steinach nicht, da die örtlichen Nationalsozialisten den Zorn der Bevölkerung fürchteten, denn etwa ein Drittel der Einwohnerschaft waren Juden. Erst in der Nacht vom 10. auf den 11. November 1938 zerstörten Nazis aus umliegenden Ortschaften das Inventar der Steinacher Synagoge und jüdischen Privatbesitz. Das Gebetshaus blieb erhalten, da dort die Gemeindeverwaltung einziehen sollte. Wertvolle Kultgegenstände waren von der Kultusgemeinde bereits Ende 1936 dem Verband der Israelitischen Gemeinden in München zur Aufbewahrung übergeben worden. Bis 1941 hatten 31 jüdische Einwohner Steinach verlassen: Acht waren in andere Orte verzogen, 23 waren ins Ausland emigriert. Im Februar 1942 lebten noch sechs jüdische Personen im Ort. Vier wurden im April ins Durchgangslager Izbica, zwei ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Da es nach Kriegsende keine jüdische Glaubensgemeinschaft mehr gab, kaufte die Gemeinde Anfang 1952 die Synagoge, brach sie im September ab und errichtete dort die heutige Grundschule. Die Mikwe, das Reinigungsbad gläubiger Juden, ist noch im Keller des Schulhauses vorhanden.

Quellen: Wikipedia

               und Alemannia Judaica