In der ehemaligen Synagoge gibt es jetzt die Möglichkeit, sich auf eine "interaktive Führung" durch die Dauerausstellung zu begeben. Bei einer kleinen Feier wurde der sogenannte Smartguide offiziell vorgestellt.

Bürgermeister Robert Hümmer erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Synagoge von Altenkunstadt eines der wenigen Gebäude sei, das die schrecklichen geschichtlichen Ereignisse überstanden habe. Noch heute könne es deshalb an die jüdische Gemeinde erinnern. Nachdem Gemeinderat Karlheinz Hofmann die Ausstattung der Synagoge mit modernster Technik ins Spiel gebracht habe, entschieden sich die Verantwortlichen der Gemeinde dafür, eine Smartguide anzuschaffen.

Interessengemeinschaft

Einen kurzen geschichtlichen Überblick gab Archivbetreuerin Inge Göbel, die ins Bewusstsein rief, dass im Jahr 1938 die Synagoge von Altenkunstadt beschädigt worden sei. 1988 fanden sich heimische Bürger zusammen, die die "Interessengemeinschaft Synagoge Altenkunstadt" gründeten. Ihr besonderes Anliegen sei es dabei gewesen, dieses Gebäude, das über Jahrzehnten als Turnraum oder als Lagerhalle gedient habe, als Kultur- und Ausstellungsraum zu eröffnen.

Die inzwischen immer umfangreicher gewordene Dauerausstellung auf der sogenannten Damenempore trage dazu bei, dass bei Besuchern und insbesondere Schulkindern viel Verständnis für die Geschichte der Juden geweckt werde. Allerdings erschlössen sich derartige Exponate nicht von selbst. Sie benötigten Erklärung.

Hier habe der technische Fortschritt nun Möglichkeiten geschaffen, um sich selbst auf den Weg durch die Dauerausstellung in der Synagoge zu begeben. In diesem Zusammenhang kam dann die Idee von Kreisarchivpflegerin Adelheid Waschka, mit sogenannten QR-Codes zu arbeiten.

Schlüssel und Smartphone

Dies stellte sich als eine funktionierende und weitgehend wartungsfreie Lösung heraus. Interessierte müssten sich nur den Schlüssel im Rathaus (während der üblichen Geschäftszeiten) holen und könnten mit einem Smartphone an die erklärenden Informationen kommen, die es sowohl in deutscher wie auch in englischer Sprache gibt.