von unserem Redaktionsmitglied 
Sabine Memmel

Adelsdorf — Auf der Internetseite gratulierten die Bürgerinitiative rund um Willi Wahl gleich gestern Vormittag der Sieger-Seite des Bürgerentscheids und trafen, was den Verkauf des Schulsportplatzes angeht, recht versöhnliche Töne: "Dabei ist ihr ein glückliches finanzielles Händchen zu wünschen - zum Wohle der Gemeinde."
Willi Wahls Wohnort Neuhaus ist der einzige Stimmbezirk, in dem die Bürgerinitiative die Mehrheit für ihr Vorhaben überzeugen konnte. 104 Bürger stimmten für den Erhalt des Sportplatzes - das entspricht 53,89 Prozent. Nur 89 Stimmberechtigte (46,11 Prozent) sprachen sich dagegen für den Verkauf an einen Bauinvestor aus (siehe Infokasten).
Auch auf die Vorwürfe von Bürgermeister Karsten Fischkal (FW), die er noch am Wahlabend erhob, reagierte die Initiative heute auf ihrem Blog. Fischkal warf den "Sportplatzrettern", wie sie sich selbst nennen, vor, dass sie auf Facebook interne Informationen über Gemeindeangestellte veröffentlicht hätten. Die Gemeinde prüfe nun, ob rechtliche Schritte dagegen eingeleitet werden. Laut der Bürgerinitiative unterliege aus rechtlicher Sicht auch ein Blog den üblichen Richtlinien journalistisch-redaktioneller Tätigkeit. Artikel 5 des Grundgesetzes garantierte die Meinungs- und Pressefreiheit. "Insofern sind auch beschaffte und veröffentlichte Informationen, wie die von Fischkal monierten Abfindungssummen völlig legitim", heißt es auf der Internetseite der Initiative. Zu einer persönlichen Auskunft war gestern allerdings weder Willi Wahl noch Michael Thomas zu erreichen.
Petra Ruff, ebenfalls Mitglied der Bürgerinitiative, bedauerte den Wahlausgang des Bürgerentscheids: "Wir haben es versucht. Es ist schade, aber nicht änderbar."
Fischkal kündigte derweil an, das bisher ausgesetzte Bauleitplanverfahren in der nächsten Gemeinderatssitzung wieder neu zu starten. Bürger können dann ihre Änderungswünsche angeben. Auch eine zweite Zufahrtsstraße, die immer wieder gewünscht werde, könnte dann geprüft werden. "Wir werden mit zwei Investoren wieder Kontakt aufnehmen. Sie sind sehr interessiert", sagt Fischkal. Er geht davon aus, dass das Gelände noch dieses Jahr als Bauland verkauft wird.