Ausschließlich weiße Friedhofskreuze finden sich auf dem katholischen Friedhof in Kraisdorf. So schreibt es die Friedhofssatzung der Gemeinde Pfarrweisach vor; die Regel hat einst der Kirchenbauverein aufgestellt. Herrmann Martin, früherer Bürgermeister, weiß von einer Art Gelübde: "Im Tod sollen alle gleich sein, egal ob arm oder reich." Dieser Gedanke, dem auch der Friedhof im Eltmanner Stadtteil Dippach folgt, fand schon bei Dorfwettbewerben Lob. "Da spart man einen Haufen Geld", sagt der Kraisdorfer FT-Mitarbeiter Simon Albrecht, "woanders überbieten sich die Grabsteine gegenseitig". Die geschnitzten Kreuze mit blauen Ausmalungen an den Rändern fertigt Schreinermeister Wolfgang Krug bis heute nach Vorlagen seines Ur-Opas. Auch die Inschriften entstehen von Hand. "Eine ganz schöne Fieselarbeit", sagt Krug, der zugleich Kirchenpfleger ist. Die Kirche wurde 1912/13 im historisierenden Stil gebaut. Sie ist dem heiligsten Altarsakrament geweiht. In Kraisdorf gibt's - als weitere Besonderheit - gleich zwei Friedhöfe: außer dem katholischen auch einen evangelischen. Foto: Eckehard Kiesewetter