Die große Hoffnung von Georg Frank richtet sich derzeit auf den 20. April. Es könnte der Tag sein, an dem der Zirkusdirektor mit rund 20 Beschäftigten und über 50 Tieren endlich den kleinen Rasenplatz an der Paschendaele-Straße in Dörfles-Esbach verlassen darf - vorausgesetzt, die Beschneidung der Bewegungsfreiheit endet dann. Bis dahin heißt es durchhalten. "Wir sind froh, dass es Leute gibt, die uns helfen", sagt Georg Frank und schaut auf einen Stapel Strohballen, der gerade für den Zirkus Henry gespendet wurde.

Die beiden Spender kommen gerade mit den nächsten Ballen im Arm heran und werfen sie auf den Stapel. "Wenn alle zusammenhelfen, dann schaffen wir das schon", sagt Kevin Raab. Zusammen mit Toni Hübner lädt er gerade rund 80 Ballen Heu und Stroh für den Zirkus ab.

Die beiden jungen Männer aus Schorkendorf freuen sich, dass sie aushelfen können. Sie haben mehr Heu und Stroh gelagert, als sie selbst brauchen. Der Zirkusdirektor weiß kaum noch, wo er genug für seine Tiere her bekommen soll. "Wir bleiben in Verbindung. Falls noch mehr gebraucht wird, können wir auch noch etwas liefern", sagt Kevin Raab und Georg Frank strahlt. Sieben bis acht Zentner Heu braucht der 1812 als "Circus Henry" gegründete Betrieb jeden Tag für Ponys, Schafe, Ziegen und Kamele. Er braucht auch zwei Zentner Karotten und Getreide sowie zehn bis zwölf Kilo Hundefutter täglich. Das können Kevin Raab und Toni Hübner nicht liefern. Doch bisher gelingt es Georg Frank und seiner Zirkusfamilie, die Versorgung für ihre vierbeinigen Artisten zu sichern.

Problem der Gestrandeten

Wenn der 1812 gegründete Zirkus regelmäßig weiter ziehen kann, ist das Futter kein großes Problem. "Wir kennen immer unsere Leute, von denen wir etwas bekommen, weil wir immer wieder an den gleichen Orten gastieren", sagt Juniorchef Robin Frank. Acht Zentner Heu kann ein Landwirt vielleicht entbehren.

Doch für einen Monat kommen eben 240 Zentner zusammen. Da wird die Beschaffung schon langsam schwierig. Um so mehr freute sich Georg Frank, als Kevin Raab und Toni Hübner ihm mit einer doch ganz beachtlichen Unterstützung zur Hilfe kamen. Doch auch mit aller Hilfe ist klar, dass es immer schwieriger wird, auf dem Platz in Dörfles-Esbach zu bleiben. Die Artisten dürfen wegen der Corona-Krise keine Vorstellung geben. Der Zirkus darf nicht weiterziehen. Es bleibt nur das Warten auf eine Rückkehr zur Normalität.