Die Marktgemeinde Vestenbergsgreuth wird ab 1. April 2021 eine Fachkraft für ein "Quartiermanagement" einstellen, wurde in der Gemeinderatssitzung am Montagabend einstimmig beschlossen. Kerngedanke des Projekts sei es, die Aktivitäten der verschiedenen Gruppierungen durch ein solches "Vor-Ort-Management" zu bündeln und zu koordinieren. Dazu gehöre besonders auch die Führung des "Hauses der Begegnung", betonte in der Sitzung Bürgermeister Helmut Lottes (CSU/UB).

Dem Konzept für das Quartiermanagement lag eine Bestandsaufnahme aller Strukturen der 1568 Einwohner zählenden Gemeinde zugrunde. Daraus geht hervor, dass mit einer deutlich steigenden Zahl älterer Menschen in Vestenbergsgreuth gerechnet wird. Demnach lebten 2017 in der Marktgemeinde 220 Personen über 65 Jahre. Bis zum Jahr 2031 wird mit einem Anwachsen der Ü-65-Jährigen auf 420 Personen gerechnet. Nachdem die "pflegerische Versorgung" abgedeckt sei, sei das geplante Angebot auf den "Vorpflegebereich" ausgerichtet. Ziel sei, die Infrastruktur und das Angebot für die älteren Generationen so zu optimieren, dass sie in ihrer gewohnten Umgebung und Heimat bleiben können.

Wichtig seien der Gemeinde eine Anlaufstelle und ein Treffpunkt im Haus der Begegnung, der auch von jungen Menschen angenommen werde. Dies soll die Begegnung zwischen Jung und Alt fördern. An diesem "Knotenpunkt" solle der Aufenthalt über den ganzen Tag und gemeinschaftliche Aktivitäten wie Spiele, Sport, Essen, Information und Beratung, aber auch Ruhe und Erholung möglich sein. Ein Hol- und Bringservice solle eingerichtet werden.

Wie Lottes informierte, soll das Haus der Begegnung bereits Ende 2020 fertig werden. In das Konzept eingebunden ist auch der vorgelagerte Mehrgenerationenplatz, der sich noch im Bau befindet. Der Platz werde mit Fitness- und Bewegungsgeräten ausgestattet, Wanderwege schließen sich an. Um die verschiedenen Aktivitäten systematisch zu organisieren, zusammenzuführen und zu betreuen, bedürfe es eines "Kümmerers", so Bürgermeister Lottes. Nicht zuletzt, um die 14 Ortsteile der Gemeinde und die Angebote des Landkreises einzubinden und aufeinander abzustimmen.

Hoher Fördermittelanteil

Träger des Projekts sei die Marktgemeinde. Als Kommune im Rahmen des Projekts "Marktplatz der Generationen" wird das Quartiermanagement mit 90 Prozent der Personalkosten, maximal 80 000 Euro, staatlich gefördert. Geplant sei eine Aufbau- und Förderphase von vier Jahren. Die Stelle sei als Halbtagesstelle mit 20 Wochenstunden vorgesehen. Bei Förderung wie geplant bleibe der Marktgemeinde für die Laufzeit von vier Jahren ein Eigenanteil von 60 000 Euro auf die gesamte Maßnahme.