Coburg — Knapp 30 Jugendliche aus den Kirchengemeinden Grub und Seidmannsdorf machten sich vor Kurzem auf den Weg ins "Wohnnest" Coburg und zu einem besonderen Fußballtunier: Sie trafen dort auf die integrativen Fußballmannschaft FED-Olé.
Das Wohnnest in der Bahnhofstraße 21-23 ist eine Einrichtung des Familienentlastenden Dienstes in Coburg und bietet Kurzzeitbetreuung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung. Fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche, die als Epileptiker oder mit geistiger Behinderung in einer "normalen" Fußballmannschaft allenfalls auf der Auswechselbank säßen, finden beim FED-Olé einen Ort für ihre "Fußballleidenschaft". Berührungsängste abzubauen, darum ging es. Für viele der 13 und 14 Jahre alten Konfirmanden war es oft eine der ersten Begegnungen mit Kindern oder auch gleichaltrigen Jugendlichen, die irgendwie anders sind.
"Was für eine gute Erfahrung, dass dies nicht davon abhielt, zusammen viel Spaß und Gemeinschaft zu erleben", schreibt Thomas Amberg, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Grub am Forst, in seinem Bericht von der Aktion. In der Turnhalle der Schule am Hofgarten traten, begleitet von Trainer Sebastian Deringer, vier gemischte Mannschaften zum Spiel um den Mini-Cup an.
Es gab aber noch einen weiteren Höhepunkt; denn der Tag im Wohnnest mit Brigitte Sölch stand ganz unter dem Motto "Schokolade" und führte die Jugendlichen dann sogar zu einer gemeinsamen Schoko-Rallye durch die Stadt.
Ein Fußballspiel, bei dem es nicht in erster Linie um den Sieg geht, sondern darum, dass jeder mal an an den Ball kommt, und eine Rallye, bei der es gilt, Rücksicht zu nehmen auf Kinder mit ihren Handicaps. "Für viele der Konfirmanden war das eine Erfahrung, die ihrem sonstigen leistungsorientierten Alltag ziemlich entgegensteht", urteilt Pfarrer Amberg.
Thomas Amberg und Klaus Göpfert begleiteten die Gruppen. Sie finden, diese Begegnung sei eine gelungene Vorbereitung für die Konfirmation in einigen Wochen gewesen. red