Da staunte ein zufällig Hereinkommender nicht schlecht: Opernmelodien im Kulmbacher Bierstadel? Er hatte sich nicht verirrt: Es war Tag der Generationen, ein Höhepunkt im Bierwochen-Kalender, und nahezu 3000 Besucher erlebten einen bunten Mix aus Schlagern, Operette und Dolomiten-Feeling.

Der Könner und Stimmungsmacher Rudy Giovannini, der "Caruso der Berge" , war der Ausnahmekünstler dieses Nachmittags mit einer hoch hinauf steigenden Stimme, so klar wie ein Bergsee. Er riss die Besucher zu Jubelstürmen hin, alle skandierten mit Inbrunst "Ja, ja, der Chianti-Wein...", später wurden sie ganz still als er a cappella "La Pensiero" aus der Oper "Nabucco" von Verdi sang. Dazu viele Evergreens wie "O sole mio", "Quanto" und "Elisabeth". Der Mann aus der Volksmusik-Gipfelwelt traf genau den Nerv der Zuhörer, Kulmbach hatte sein Bierzelt-Konzerterlebnis.

Und dann das erfrischende Quartett aus den Dolomiten, die Geschwister Niedernbacher. Offen, ungekünstelt, herzlich, stimmlich und instrumental nahezu perfekt. Die Südtiroler aus dem Pustertal spiegelten die heile Welt der Berge wider, ein bisschen Seligkeit, jodelten dazwischen furios. Die Kulmbacher schwelgten in Urlaubserinnerungen. Es war einfach großartig dieses Zusammensein am Dienstag von vorwiegend Älteren, durchmischt von Jüngeren. Was beim alle Grenzen sprengenden Finale so richtig bewusst wurde, als die Künstler zusammen mit Moderator Rainer Ludwig und den Sponsoren auf die Bühne kamen, um die letzte Rakete zu zünden. Das "Sierra madre del sur" wurde wie eine Tsunami-Welle durch den Stadel gespült, ein Massenchor aus mehr als Tausend Kehlen flankierte Rudy. So ist eben der Tag der Generationen, der alle eint und für ein paar Stunden glücklich macht.

Dass überhaupt so viele kommen konnten zu moderaten Preisen zum Essen, Trinken und Genießen von internationalen Schlagerstars, war der Sparkasse Kulmbach-Kronach und der VR Bank Oberfranken Mitte zu verdanken. Sparkassen-Chef Klaus Scherr war zum letzten Mal beim Generationentag dabei und sagte: "Es ist für uns immer wieder schön, die Freude der Menschen zu sehen über so einen Nachmittag, da zahlt man gern dazu." Und Stephan Ringwald von der VR Bank fügte hinzu: "Es ist unser Beitrag für ein paar unterhaltsame Stunden."

Elfriede aus Wilmersreuth kommt mit ihren 80 Jahren jetzt nur noch zum Generationentag, "weil das im Alter eine willkommene Abwechslung ist". Früher als junge Frau sei sie öfters auf der Bierwoche gewesen, das gehörte einfach dazu. Das war aber noch etwas umständlicher als heute. Mit dem Latterwagen vom Dorf zum Mainleuser Bahnhof und dann mit dem Zug nach Kulmbach. Zurück in später Nacht wieder mit der Bahn. Aus Bayreuth ist eine Seniorengruppe da mit einem Bus und 30 Personen. Gerda Stadler, Wirtin der Gaststätte "Schlehenberg", sagte: "Wir fahren gerne zum Generationentag , denn da trifft man seinesgleichen und erfreut sich an Musik und Gesang."

Den Nachmittag umrahmte außerdem die Kulmbacher Band "Safari".