cindy dötschel Tanzen ist ein Mannschaftssport. "Die Tänzerinnen fassen sich an den Händen und Schultern und kommen sich bis auf einen halben Meter nahe", sagt Andrea Trommer. Den Sport wie gewohnt zu leben, sei wegen der Corona-Pandemie momentan unmöglich. Dabei hatte die Saison laut der Schriftführerin des Tanszsportvereins vielversprechend begonnen: Erstmals in der Vereinsgeschichte hatten sich alle sechs Gruppen für die Süddeutsche Meisterschaft qualifiziert.

Mit dem Lockdown im Frühjahr wurde die Turniersaison abgebrochen. "Beide Gruppen der Jugendgarde und ein Tanzmariechen konnten sich noch für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren." Die Turniere für die Junioren und die Ü15 am darauffolgenden Wochenende wurden bereits abgesagt.

Einschnitt in das Vereinsleben

"Die Pandemie hat uns in allen Bereichen getroffen", bedauert Trommer. Nicht nur, dass die Tänzerinnen das ganze Jahr auf die Turniersaison hinarbeiten würden, auch das Miteinander fehlt. "Wir kennen uns schon seit Jahren und tauschen uns vor und nach dem Training über Privates aus - beim Online-Training sehen wir uns nur über den Bildschirm und haben kaum Zeit zum reden", sagt ihre Tochter Nora Trommer, die bereits seit zehn Jahren tanzt und Mitglied der Ü15-Mannschaft ist. Durch den Lockdown hat der Coburger Mohr die reguläre Pause nach dem Saisonabschluss Ende März vorgezogen. "Dann haben wir komplett umgedacht und mit dem Online-Training begonnen", erzählt Andrea Trommer.

Nahezu alle Trainer des Coburger Mohrs haben eine C-Lizenz. "So eine Situation steht aber in keinem Lehrbuch. Die Trainer mussten kreativ werden und Lösungen suchen", beschreibt sie die neue Herausforderung. Zum einen musste die Technik funktionieren. Zum anderen musste das Training neu gestaltet werden. "Die Einheiten wurde in unterschiedliche Komponenten aufgeteilt, wie beispielsweise Cardio oder Yoga - Spiele zum Aufwärmen waren nicht mehr möglich."

Vor allem im Jugendbereich sei die Umstellung auf das Onlinetraining schwer gewesen. "Die Ü15 ist sehr fit, was die Technik betrifft. Bei der Jugend sind die Eltern gefordert", sagt Trommer. Die Purzelgarde, in der die Tänzerinnen drei bis fünf Jahre alt sind, hätten die Corona-Einschränkungen am härtesten getroffen. "Wir hatten erst im Oktober mit dem Training angefangen. Die Jugend hatte schon viele gemeinsame Trainingseinheiten in der Halle aber die Purzelgarde ist noch nicht aufeinander eingestellt."

Training muss spannend bleiben

Generell ist es für die Trainer schwer, die Motivation aufrecht zu erhalten. Neben den ausgefallenen Turnieren ist es laut Trommer deshalb auch sehr bedauerlich, dass das Frankenmasters, bei dem jede Gruppe ihre Tänze vorstellt, ausfällt. "Die Motivation ist größer, wenn man weiß, dass man etwas erreichen kann - ich versuche, es positiv zu sehen und hoffe einfach, dass die nächste Saison noch besser wird", sagt ihre Tochter Nora Trommer.