Die Gemeinde hat vor, ein kommunales Ökokonzept unter dem Titel "Biodiversität auf Gemeindeflächen" einzuführen. Entsprechende Informationen gab bei der jüngsten Gemeinderatssitzung Bürgermeister Udo Döhler (UBV), ohne dass ein Beschluss gefasst wurde. Eingehendere Beratungen müssen im Gremium erst noch stattfinden, die dann in einem Konzept münden sollen.

Dabei wurde aber vorab festgestellt, dass Dörfles-Esbach wertvolle ökologische Flächen aufzuweisen hat, so unter anderem den Esbacher See mit Umfeld, den Renaturierungsbereich zwischen Esbacher Schloss und dem ehemaligen Werrabahndamm mit Wäldchen, Wiesenflächen sowie den Flusslauf der Itz mit Ufergehölzsaum. Udo Döhler plant - da mit Widerstand zu rechnen sei -, eventuell eine Bürgerveranstaltung.

Döhler hat die gemeindlichen Flächen bereits zusammen mit Sachbearbeitern des Landratsamts unter dem Aspekt der naturschutzgerechte Bewirtschaftung inspiziert. Diese Flächen sollten eine besondere Vorbildfunktion bei der Bewirtschaftung einnehmen, sagte Döhler. Die Gemeinde sei sogar dazu verpflichtet, ihre Grundstücke im Sinne des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu bewirtschaften, betonte er. Grundlage sei das im Jahr 2019 durchgeführte Volksbegehren "Rettet die Bienen" für mehr Artenschutz, das von der Staatsregierung und dem Landtag angenommen wurde.

Dabei soll unter anderem ein Biotopverbund auf 15 Prozent der Landesfläche bis 2030 aufgebaut werden, der Ökolandbau auf 30 Prozent gesteigert werden, wertvolle Wiesentypen, Streuobstbestände und Moore geschützt werden und die Lichtverschmutzung durch zu helle Straßenlaternen und dergleichen reduziert werden.

Infosystem schaffen

Ins Auge fasst der Gemeinderat die Einführung eines Ratsinformationssystems. Das wurde nicht sofort beschlossen, sondern auf Anraten des Gemeinderates Peter Puff (SPD) soll der neu geschaffene Digitalausschuss eine Lösung erarbeiten, da die Anschaffung von Hard- und Software und die Wartung mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden ist.

Notwendiges Umsetzen

Dazu meinte der Bürgermeister: "Notwendige Maßnahmen werden wir nicht zurückhalten. Auch wenn durch Corona Mindereinnahmen auf uns zukommen, haben wir ein Finanzpolster, das uns hinüberretten kann." Vorteile wurden unter anderem in der Ersparnis von Kosten, Arbeitszeit und Platz sowie in der Datensicherheit gesehen.

Die Fußgängerbrücke über die Itz wird saniert, wobei Kosten von 16 000 Euro anfallen. Das wurde einstimmig beschlossen, da die Eichenbohlen faulen und die Stahlträger und das Geländer stark angerostet sind. Der Bürgermeister wurde bevollmächtigt, die Aufträge zu vergeben.

Vom Landratsamt lag eine Anfrage vor, dem Ausbildungsverbund Pflege Stadt und Landkreis Coburg einen Ausbildungsplatz zum Pflegefachmann, zur Pflegefachfrau im Williy-Machold-Kindergarten zur Verfügung zu stellen. Die Gemeinderäte beantworteten die Anfrage mit Zustimmung. Die Ausbildung umfasst 120 Stunden und ist ausgerichtet auf den Bereich Pädiatrie, Kinderheilkunde.

Zum Jahresbericht 2019 der Polizeiinspektion Coburg meinte Döhler, dass sich die Lage in Dörfles-Esbach leicht verbessert habe.

So waren 141 Straftaten (2018: 145) zu verzeichnen, insbesondere 50 Ladendiebstähle und 13 Betäubungsmittelverstöße. Die Unfallzahlen gingen von 90 auf 77 zurück, allerdings davon 33 mit schwerwiegendem Sachschaden. Von 25 Unfallfluchten konnten zehn geklärt werden. dav