Das Zelt steht, alle trainieren, die Tiere sind versorgt. Auf den ersten Blick sieht alles nach heiler Zirkuswelt aus. Doch es ist anders. Es wird keine Vorführungen geben. Der Zirkus der Familie Frank kann schlecht bleiben, aber auch nicht weiterziehen. Inhaber Georg Frank fürchtet um seine Existenz.

"Die Leute sind unverschuldet in diese Lage geraten. Die Gemeinde bemüht sich in alle Richtungen, um eine Lösung zu finden", sagt Stephan Valtin, Dörfles-Esbachs Zweiter Bürgermeister. Erst einmal dürfen die Franks auf dem kleinen Platz an der Paschendaele Straße bleiben. Denn: "Sie können ja nicht einfach irgendwo hin", betont Stephan Valtin.

Dass der Platz nicht ideal ist, weiß Juniorchef Robin Frank selbst. Die Rasenfläche eignet sich ganz gut, wenn der Zirkus mit rund 20 Personen und 50 Tieren für ein paar Tage gastiert. Wenn die Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus aber womöglich über Monate gelten, wäre ein fester Untergrund nötig. "Wir misten die Tiere mehrmals täglich, aber über einen längeren Zeitraum wird das trotzdem schwierig auf diesem Untergrund", sagt Robin Frank.

Schafe, Ziegen, Hunde, Pferde und Kamele haben saubere Quartiere. "Den Mist los zu bekommen, ist kein Problem, wir haben Kontakt zu Landwirten in der Gegend, die wir schon lange kennen", versichert Robin Frank. Außerdem gebe es sehr hohe Nachfrage nach Pferdedung von Kleingärtnern.

Doch die Tiere müssen auch fressen. "Aktuell habe ich noch Heu für zwei bis drei Tage", sagt Robin Frank. Sieben bis acht Zentner Heu, zwei Zentner Karotten, ebenso viel Getreide und acht bis zehn Kilo Hundefutter gehören unter anderem zur Tagesration für die Zirkustiere.

Hohe Kosten ohne Einnahmen

Dazu kommen laufende Kosten für Fahrzeuge, Versicherungen und die Versorgung der Menschen. Daher setzt Georg Frank große Hoffnung auf das Überbrückungsgeld, das die Bayerische Staatsregierung für kleinere Betriebe während der Krise angekündigt hat. Denn für ihn steht fest: "Man liebt ja den Beruf." Den übt die Familie Frank seit Generationen aus. "Unser Zirkus wurde 1812 gegründet", sagt Georg Frank stolz. Jetzt sieht er den alten Familienbetrieb in akuter Bedrohung seiner Existenz. Ohne Hilfe, das ist ihm klar, kann er mit seiner Truppe und den Tieren keinesfalls mehrere Monate überstehen, in denen er keine Chance hat, an Einnahmen zu kommen.