Cindy dötschel Ein Zwerg näht Teddybären, einer Puppenkleider und ein weiterer fertigt Perücken an. Schritt für Schritt ist zu sehen, wie die Geschenke hergestellt werden, die Heiligabend für die Kinder unter den Weihnachtsbäumen liegen. Hier in der "Werkstatt des Weihnachtsmanns" im Spielzeugmuseum Neustadt sollte, pünktlich zum Nikolaustag am Sonntag, ein echter Weihnachtsmann aus seinem goldenen Buch vorlesen.

Vor allem bei Familien beliebt

"Der Nikolaus wäre durch das ganze Museum gezogen und hätte dann Mandarinen, Schokolade und Nüsse an die Kinder verteilt", sagt Museumspädagogin Alexandra Taschner betrübt. Vor dem zweiten Lockdown war die eigentlich monatlich stattfindende Spielezeit für den 6. Dezember angesetzt. "Dass unser Museum gerade jetzt wegen Corona geschlossen bleiben muss, ist sehr schade. Eigentlich ist jetzt die Jahreszeit für Spielzeug."

Basteln im Mittelpunkt

In diesem Jahr mussten die meisten Termine abgesagt werden. "Normalerweise werden für die Spielzeit im ganzen Haus rund 30 Brettspiele aufgebaut. Die Besucher müssen sich dann nur noch an die Tische setzen und können direkt loslegen", erzählt Taschner. Neben Familien würden auch Senioren und Gruppen von jungen Erwachsenen regelmäßig teilnehmen und sich bewusst füreinander Zeit nehmen.

Zwischen den beiden Lockdowns fand die Spielezeit in abgewandelter Form statt. "Die Besucher mussten sich ein Brettspiel aussuchen und selbst aufbauen. Nach der Abgabe kamen die Spiele dann 72 Stunden in Quarantäne." Nicht nur die Spielezeit, sondern auch die Kreativwerkstatt für Kinder, die das Spielzeugmuseum das ganze Jahr über anbietet, konnte in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden. "Jetzt an den Adventswochenenden hätten wir gemeinsam Karten, Krippen und Sterne gebastelt", bedauert Taschner. Bei den Terminen lernen die Kinder verschiedene Arbeitsweisen mit unterschiedlichen Materialien kennen.

"Gerade die Adventszeit eignet sich zum Basteln - Eltern und Großeltern freuen sich schließlich immer über selbstgebastelte Geschenke", findet die 28-Jährige. Weil nicht nur im Museum, sondern vor allem zu Hause gebastelt werden kann, gibt es anstelle der Kreativwerkstatt jetzt "Kreative Tüten", die abgeholt werden können.

Wie früher in Heimarbeit

Früher wurden Spielzeug und Puppen in der Region in Heimarbeit hergestellt. "Wir versuchen zu vermitteln, dass zu Hause mit verschiedenen Materialien tolle Dinge hergestellt werden können." Mit dem Inhalt der nächsten Tüte kann etwas Weihnachtliches, wie zum Beispiel ein Schneemann oder ein Rentier gebastelt werden. "Die Tüten sind eine Art Wundertüte - niemand sieht vor dem Öffnen den Inhalt."

Parallel zu den Tüten für die Kinder läuft momentan die Aktion "Basteln für Neustadt". "Wir haben dazu aufgerufen, Gebasteltes abzugeben. Die Sachen werden dann gemeinsam mit einer Tüte Süßigkeiten an die Seniorenheime in Neustadt und Rödental verteilt", erzählt Alexandra Taschner. Auf der Website des Spielzeugmuseums hat sie einige Bastelanleitungen zur Inspiration, zum Beispiel für Papiersterne, online gestellt. "Die Anleitungen sind einfach gehalten und die benötigten Materialien hat jeder zu Hause."