Ende 2020 gab es im Landkreis Kulmbach 5428 Minijobber. Das sind rund 600 weniger als im Jahr davor. Vor allem in den Bereichen Immobilien sowie freiberufliche wissenschaftliche und technische Dienstleistungen war ein hoher Rückgang der Minijobs zu verzeichnen.

Reform gefordert

Das bedeutet: Zahlreiche Menschen in Kulmbach haben in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren und landeten zum Teil in Hartz IV.

Der DGB fordert angesichts dieser Zahlen eine Minijob-Reform. "Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobberinnen und Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als die Restaurants, die Läden und die Schulen dicht machen mussten", sagte Mathias Eckardt, DGB-Regionsgeschäftsführer in Oberfranken.

Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder Kurzarbeiter-, noch Arbeitslosengeld. Vielen bleiben nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung.

Bittere Einkommensverluste

"Minijobberinnen und Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein", beklagte Eckardt.

"Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber. Vor allem Frauen wird durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt. Minijobs sind ein Relikt anderer Zeiten und müssen dringend reformiert werden", forderte Regionsgeschäftsführer Eckardt.

Der DGB kritisiert wegen seiner gravierenden Nachteile für Beschäftigte schon lange das "System Minijob" und setzt sich für eine Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung ein. red