Das künftige Wohngebiet "Heßdorf-Süd" muss zwangsläufig an die Membacher Straße angebunden werden. Dazu soll der bereits bestehende Knotenpunkt überplant werden.

Bürgermeister Horst Rehder (BB) legte dazu dem Gremium einen Entwurf des Ingenieurbüros Pongratz vor, der auch mit dem Tiefbauamt des Landkreises Erlangen-Höchstadt abgestimmt wurde. So wurden Kosten von knapp 200 000 Euro ermittelt, die noch in die Kalkulation "Heßdorf-Süd" aufgenommen werden müssen.

Im Zusammenhang mit der Ausweisung des Baugebietes und den baulichen Regenrückhaltemaßnahmen an der Seebach sollen auch die Einrichtungen des ÖPNV im dortigen Bereich gestaltet werden. Das Ingenieurbüro Pongratz hat dazu eine Bushaltestelle westlich der Kreisstraße ERH 14 geplant und mit dem Tiefbauamt des Landkreises Erlangen-Höchstadt abgestimmt. Die Kosten der Maßnahme schätzt der Planer auf rund 115 000 Euro. Die müssen auch in die Kalkulation aufgenommen werden.

Beschlüsse vertagt

Nicht die Anbindung oder die Bushaltestelle, sondern die Vorgehensweise der Gemeinde wurde von den Fraktionen der CSU, SPD und Freien Wählern heftig kritisiert. Ein Beschluss wurde abgelehnt. Für viele Gemeinderäte ist es nicht nachvollziehbar, wie mit Planungen begonnen werde, ohne zuvor Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern geführt zu haben. Die beiden Beschlussvorschläge wurden vertagt, bis die Fläche feststeht und Verhandlungen geführt wurden.

Die CSU stellte einen Antrag auf Überarbeitung des Planes und kritisierte den bisherigen Vorschlag heftig. Die Fraktion will der Nachhaltigkeit und der Umwelt sowie der Energieversorgung mehr Gewicht verleihen. Im aktuellen Bebauungsplan seien, so Planungsbüro und Verwaltung, bereits umfassende Festsetzungen zum Wasserhaushalt berücksichtigt.

Zur Verbesserung des Kleinklimas im Baugebiet will die CSU die Pflanzung großer Bäume entlang öffentlicher Flächen festsetzen, auch wenn die Fraktion früher dagegengestimmt hat. Axel Gotthardt (CSU) erklärte dazu: "Der damalige Beschluss war falsch." Hinsichtlich der klimaneutralen Energieversorgung hatte das Planungsbüro Bedenken geäußert, denn einem Baugebiet könne eine Art der Energieversorgung im Plan nicht festgesetzt werden. Die Nutzung von Erdwärmesonden sei aber erlaubt.

Dem widersprach Gotthardt und zitierte aus dem Baugesetzbuch. So könne die Nutzung erneuerbarer Energien durchaus festgesetzt werden, zum Beispiel zur Anbringung von Photovoltaikanlagen. Der Bürgermeister erklärte, eine Änderung des Bebauungsplanes würde ein neues Verfahren einleiten und Kosten verursachen. Für die CSU-Fraktion können Photovoltaikanlagen auf den Dächern zum Klima- und Umweltschutz beitragen. Für Burkhardt Niepelt (BB) sollte auf die Hausbauer kein Zwang ausgeübt, sondern nur Impulse gegeben werden. Der Änderung des Bebauungsplanes wurde zugestimmt. Sae