Idyllisch, rund um einen Weiher, liegt der kleine Ort Pettstadt in der Gemeinde Kirchlauter. Das Dorf wurde schon für sein schönes Ortsbild ausgezeichnet. Am Dorfplatz, unmittelbar vor dem ehemaligen Rathaus und Feuerwehrhaus, versammelten sich am Wochenende die Bürger, um ihren Ortssprecher zu wählen. Sie beriefen Achim Sieghörtner in dieses Amt.

Im Rahmen der Gemeindegebietsreform in den 1970er Jahren ging die ehemals selbstständige kleine Gemeinde in der benachbarten Gemeinde Kirchlauter auf und hat deswegen Anrecht auf eine Vertretung im Ratsgremium. Der Ort ist heute, durch durch den Gutsgasthof Andres mit seiner herrlichen Lage am Dorfsee, weit über seine Grenzen hinaus bekannt Er ist aber auch schon beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" mit einer Bronzemedaille im Landeswettbewerb bedacht worden.

Die kleine Siedlung in den Haßbergen zählt heute 67 Einwohner, von denen 53 wahlberechtigt sind. Bei der Kommunalwahl im März zog aber keiner der Bürger in das Gremium des Gemeinderates ein. Das bedeutet, dass eine Mitsprache nur dann möglich ist, wenn mindestens ein Drittel der Wahlberechtigten das will. Diese Anzahl an Unterschriften hatten die Pettstadter der Gemeinde vorgelegt, so dass es nun zu der obligatorischen Ortssprecherwahl kam. Bisher war Helmut Sieghörtner aus Pettstadt im Rat vertreten.

Dorfplatz als Versammlungsort

Der Kirchlauterer Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) gab seiner Freude Ausdruck, dass wieder so viele Pettstadter ihren Ort im Ratsgremium der Gemeinde vertreten wissen wollen. Den coronabedingten Vorschriften war es geschuldet, dass die Pettstadter diese Ortsversammlung nicht im kleinen Gemeindesaal abhalten konnten, sondern sich auf dem Dorfplatz im Freien versammelten. Dort konnten die Beteiligten auch die Abstandsregeln einhalten.

Der Bürgermeister streifte eingangs kurz die derzeitigen Probleme im Ortsteil Pettstadt, wo es gelte, die Abwasserbeseitigung auf neue Beine zu stellen. Bisher hatte der Ort eine eigenständige Scheibenkläranlage. Sie ist aber in die Jahre gekommen, so dass die Gemeinde Kirchlauter die Alternativen prüfte: eine Erneuerung der gesamten Anlage oder gleich ein Anschluss an die Kanalisation und Kläranlage Kirchlauter? Aus Kostengründen entschieden sich die Verantwortlichen für die zweite Variante. "Sobald wir grünes Licht für unseren Förderantrag vom Wasserwirtschaftsamt bekommen, werden wir den Antrag stellen und die Planungen umsetzen", betonte Karl-Heinz Kandler. Außerdem sei auch ein kleiner Fußweg von der Staatsstraße am See bis zum Ort geplant. Kandler bat die Bürger, bei Problemen auf die Gemeinde zuzukommen. Man sei den Wünschen gegenüber aufgeschlossen und wolle sie, soweit wie möglich, auch zeitnah umsetzen. "Ihr sollt nicht das Gefühl haben, das fünfte Rad am Wagen zu sein."

Dann kam es zur Wahl des Ortssprechers: Mit Helmut Sieghörtner, Klaus Dünisch und Achim Sieghörtner fielen drei Namen. Aber nur Achim Sieghörtner erklärte sich bereit zu kandidieren. Von den 23 wahlberechtigten Bürgern vereinigte er 19 Stimmen auf sich. Er nahm die Wahl an und folgt somit seinem Vater in der Funktion des Ortssprechers nach. Hierzu gratulierte ihm Kandler und lud ihn gleich für die nächste Gemeinderatssitzung am 2. Juni um 19 Uhr in das Oskar-Kandler-Zentrum in Kirchlauter ein.

Der 33-jährige Vertriebsleiter Achim Sieghörtner ist ein Pettstadter Urgewächs. Er war bisher in der Landjugend und im Vorstand der Feuerwehr aktiv und wirkte auch bei Veranstaltungen mit. Für das Problem der Abwasserversorgung sah auch er keine andere Lösung als den Anschluss nach Kirchlauter, wie er beim Treffen deutlich machte.