Andreas Dorsch Die seit Jahren praktizierte Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat dazu geführt, dass das klassische Sparen keine Rendite mehr bringt. Statt sein Geld aufs Sparbuch einzuzahlen, könnte man es auch gleich unter dem Kopfkissen deponieren. Trotzdem gibt es für Anleger noch Möglichkeiten, Renditen zu erwirtschaften.

Karl-Heinz Breunig, Leiter der Vermögensberatung der Sparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach, empfiehlt beispielsweise Aktien und Immobilien. Der FT wollte von dem Experten wissen, wie ein junger Berufseinsteiger monatlich 100 Euro optimal anlegen kann. Ist der junge Mensch sicherheitsorientiert, empfiehlt Breunig, die monatlich 100 Euro in einen offenen Immobilienfonds einzuzahlen.

Zwei bis drei Prozent

Hier können sich Anleger mit kleinen Beträgen an Immobilien beteiligen. Solche offenen Fonds kaufen meist Gewerbeimmobilien wie Bürohäuser oder Einzelhandelsimmobilien. Anteile an offenen Immobilienfonds können jederzeit gekauft und nach einer Frist von mindestens zwei Jahren wieder verkauft werden. Breunig sieht hier eine relativ sichere jährliche Rendite von zwei bis drei Prozent.

Ist der junge Mensch etwas risikofreudiger und kann auch mal Kursschwankungen aushalten, schlägt Breunig vor, die monatliche Sparrate in einen Aktienfonds zu investieren. Das sollte ein weltweit orientierter sein. Wichtig sei es bei dieser Anlageform, einen vorher zeitlich festgelegten Sparplan auch durchzuziehen. Wer dabei einen langen Atem hat, könne mit einer durchschnittlichen Rendite von fünf bis sechs Prozent rechnen. Diese Anlageform kompensiert auch Kursschwankungen an der Börse, da sowohl bei hohen als auch bei niedrigen Kursen gekauft wird.

Zu einer Investition im Rentenbereich rät Breunig Kunden, die auf Nummer sicher gehen wollen. Rentenfonds - wobei der Begriff Rente nicht mit der Altersvorsorge verwechselt werden sollte - legen Geld nur in festverzinslichen Anleihen an. Zinsen gibt es hier nur noch bei Unternehmensanleihen, Anleihen von Schwellenländern oder in Fremdwährungen.

Die Hälfte in Aktien

Wie lege ich aktuell ein Erbe von 10 000 Euro an? Hat der Erbe sieben bis zehn Jahre Zeit und kann auch Schwankungen aushalten, empfiehlt Breunig, die Hälfte in Aktien zu investieren. Dabei sollten die ersten 2500 Euro als Einmalbetrag in einen Aktienfonds fließen, die zweiten 2500 über einen monatlichen Sparvertrag, um Kursschwankungen auszugleichen.

15 Prozent würde Breunig in einen offenen Immobilienfonds stecken und für den Rest Rentenpapiere/Rentenfonds erwerben.

Egal ob kleiner monatlicher Betrag oder größere Erbschaft, Vermögensberater Karl-Heinz Breunig rät allen, die Geld anlegen möchten, sich von kompetenter Seite erst mal beraten und über alle Risiken aufklären zu lassen.