Die feierliche Abschlussfeier der Staatlichen Berufsschule Lichtenfels fand zwar zum geplanten Termin statt, allerdings aufgrund der Corona-Pandemie in ungewohnter Form. War sonst die Aula stets voll besetzt, so hatte die Einhaltung der Hygienevorschriften und der Abstandsregel notgedrungen eine Beschränkung der Teilnehmerzahl zur Folge.

Der Schulleiter, Oberstudiendirektor Hans-Jürgen Lichy, ging auf die Folgen des Corona-bedingten Lock-Downs im Hinblick auf die Schüler ein. Die Abschlussschüler habe die ganze Wucht der Pandemie gerade in den entscheidenden Wochen vor der Abschlussprüfung getroffen. Nach der Schulschließung mussten sich die Schüler schnell auf "Home-Schooling", Online-Unterricht und "Lernen zu Hause" umstellen,.

Alles völlig ungewohnt

Die Lehrkräfte nahmen über die verschiedensten Kommunikationskanäle Kontakt mit den Auszubildenden auf und stellten Lernangebote und Unterrichtsmaterial zur Verfügung, ehe nach sieben Wochen der Schulbetrieb unter ungewohnten Bedingungen wieder begann.

Nicht vergessen sollte man dabei, dass die Aufgaben aus der Schule neben der Arbeit im Betrieb zu bearbeiten waren. Schließlich mussten auch die Berufsabschlussprüfungen verschoben werden. Lichy dankte den Schülern, dass sie durch ihre aktive Mitarbeit und ihr diszipliniertes Verhalten dazu beitrugen, diesen Ausnahmezustand zu bewältigen. Sein Dank galt auch den Lehrkräften und den Ausbildern in den Betrieben für ihr Engagement.

Schmerzlich vermisst

In dieser Zeit mussten alle Beteiligten schmerzlich erfahren, dass selbst die komfortabelsten digitalen Kommunikationssysteme den unmittelbaren sozialen Kontakt zu anderen Menschen, zu Angehörigen, zu Freunden, zu Arbeitskollegen nicht ersetzen können. Umso wichtiger sei die Rolle der Schule, die neben der Wissensvermittlung auch einen Bildungsauftrag habe.

Als Arbeitnehmer der Zukunft sah er nicht den mit Detailwissen vollgestopften Fachidioten, sondern den eigenständigen, offenen, kommunikativen Mitarbeiter, der über den Tellerrand seines eigenen Berufsfeldes hinausblicken könne und lernbereit bleibe.

Der Schulleiter legte den Absolventen ans Herz, zwar die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen, aber sobald es die Umstände wieder zulassen würden, auch die direkte zwischenmenschliche Kommunikation zu pflegen. "Seien Sie offen und bereit, Ihr Wissen an andere weiterzugeben, aber auch von diesen zu lernen und üben Sie Toleranz."

Drei Religionslehrer erinnerten dann die Absolventen in ihrem gemeinsamen Vortrag daran, dass der Lebensweg nicht immer geradlinig und eben, sondern oft in einem ständigen Auf und Ab erfolgt.

Landratstellvertreter Helmut Fischer beglückwünschte die Absolventen zu ihrem Abschluss und den besonderen Leistungen, die unter besonderen Umständen erbracht wurden. Die Stadt Lichtenfels war durch die Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner vertreten.