Es kommt schon mal vor, dass jemandem ein Ständchen gebracht wird. Wenn ein Chor seinem Dirigenten aber ein ganzes Konzert widmet, dann muss da doch etwas Besonderes, ja etwas Außergewöhnliches dahinterstecken. Christian Knörrer wurde diese besondere Ehrung jetzt zuteil.
Die Chorgemeinschaft Feuln-Waizendorf/Lindau dankte mit dem Konzert "einem Musiker mit Leib und Seele", wie ihn Vorsitzender Frederik Förtsch bezeichnete, der 60 Jahre mitsingt und 50 Jahre als Chorleiter tätig ist. Eine wahrhaft außergewöhnliche Leistung, so Förtsch.
Unterstützung erhielt die Chorgemeinschaft von den Chören "Liederkranz" Bindlach (Leitung Matthias Herzog), "Gemütlichkeit" Harsdorf (Professor Ludwig Zöller), "Wahre Freundschaft" Leuchau (Leitung Carmen Wich) und dem Posaunenchor Trebgast (Leitung Hellmuth Müller), die spontan ihre Mitwirkung zugesagt hatten.
Selbst beim Konzert zu seinen Ehren ließ es sich Knörrer nicht nehmen, seine Chorgemeinschaft zu dirigieren.
Frei vom Druck eines Leistungssingens oder eines offiziellen Chorkonzerts folgten die Ensembles der Aufforderung Christian Knörrers ("schmettert es raus, lasst es krachen") und sangen in einer lockeren Atmosphäre frei von der Leber weg. So bekamen die Besucher in der vollbesetzten Trebgaster Turnhalle einen abwechslungsreichen Abend mit einem buntgemischten Melodienstrauß und einem musikalischen "Potpourri der guten Laune" geboten.


Rote Rosen für die Frau

Bekannte und beliebte Lieder waren zu hören, ebenso passend zur Jahreszeit wie zum Anlass: "Ein kleiner Blumenstrauß mit Tönen", "Geh aus mein Herz und suche Freud", "Im schönsten Wiesengrunde", "Wahre Freundschaft", "Der alte Schäfer", das "Rennsteig-Lied" und das "Oberfranken-Lied". Zum Lied "Rot sind die Rosen" bedankte sich Christian Knörrer mit einem Strauß dunkelroter Rosen bei seiner Frau Annelore. Beim Schlusslied "Kein schöner Land" durften alle frohgelaunt mit einstimmen.
Einen besonderen Touch erhielt der zwanglose Ablauf dadurch, dass Christian Knörrer zwischen den einzelnen Liedvorträgen immer wieder Begebenheiten aus früheren Zeiten erzählte. Zum Beispiel von seiner ersten Singstunde im Waizendorfer Wirtshaus: "Es hot net lang gedauert, do hob ich vor lauter Rauch keinen mehr g'sehn." Das sei für ihn eine Qual gewesen. Nach der Singstunde habe seine Mutter gesagt: "Jetzt gemmer nuch aweng in die Wertsstubn, trinkst aans, ich zohl's." Der Heimweg nach Feuln sei danach für ihn dreimal so lang gewesen.
Auch zu jedem anwesenden Chor gab Christian Knörrer ein persönliches Erlebnis zum Besten. Zu Bindlach merkte Knörrer an, dass der dortige Chor in seiner Glanzzeit 100 Aktive hatte.
Bürgermeister Werner Diersch stellte die Leistung und das vorbildliche Engagement von Christian Knörrer heraus und erinnerte an die vielen Ehrungen, die ihm schon zuteilwurden. Und in Anspielung an das 60-jährige Sängerjubiläum von Christian Knörrer sagte Diersch, der erst vor kurzem seinen Sechzigsten gefeiert hatte: "Ich kann beurteilen, wie lange so eine Zeitspanne ist."