Die Idee klang in einigen Ohren verführerisch: in interkommunaler Zusammenarbeit eine kommunale Verkehrsüberwachung zu installieren. In Obertrubach als Schwerpunkt den fließenden Verkehr überwachen, in Egloffstein eher den ruhenden Verkehr, sprich Parküberwachung.
Es hatte sich eine auch Firma gemeldet, die sich darauf spezialisiert hat. Das teilte Egloffsteins Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU) seinen Räten mit.

Es wurde im Egloffsteiner Gemeinderat allerdings schnell deutlich, dass man mit dem Verkehrsverhalten der Egloffsteiner eigentlich sehr zufrieden ist. Die Gemeinde hatte zu dem Zweck extra eine mobile Messstation angeschafft, die im vergangenen Jahr an zahlreichen Ortsteilen zum Einsatz kam und das Verkehrsverhalten über einen längeren Zeitraum aufzeichnete.


Das Ergebnis: Die durchschnittliche Geschwindigkeit zum Beispiel im Bereich des Kindergartens in der Talstraße lag mit 33 km/h nur unwesentlich über den erlaubten 30 km/h. Ähnliche Messwerte liegen von Affalterthal und Hundshaupten vor, wo im Schnitt 53 km/h anstatt der erlaubten 50 km/h gefahren wurde.
Einzig die Einhaltung der Rettungswege bereiten den Gemeinderäten Sorgen; vor allem dann, wenn größere Veranstaltungen geplant sind oder das Freibad sehr gut besucht ist.


Prekäre Situation

Im Hinblick auf die vorhandene prekäre Parksituation im Altort von Egloffstein fassten die Gemeinderäten einen Beschluss, der alle Autofahrer freut: Einstimmig wurde die Einrichtung einer kommunalen Verkehrsüberwachung abgelehnt. Und der ruhende Verkehr soll vor allem in Bezug auf Rettungswege von der zuständigen Polizeiinspektion unter die Lupe genommen werden. Egloffstein war die erste Gemeinde im Landkreis, die den Zuschussbescheid für den Breitbandausbau in Händen halten konnte. Nun hat die Verwaltung festgestellt, dass bislang nur ein Bruchteil der zugesicherten Summe in Anspruch genommen worden ist. 432 000 Euro können noch abgerufen werden, bei einem Eigenanteil von zehn Prozent.


800 Euro im Jahr

Daraufhin wurde der Bürgermeister aktiv und holte Angebote für eine Beratungsleistung ein, mit der die Breitbandlücken geschlossen werden sollen. Im Gespräch sind der Ortsteil Rothenhof und Teile von Bieberbach, die derzeit nur über LTE erschlossen sind.
Die Firma Corwese, die auch den bisherigen Ausbau begleitete, wurde beauftragt, das gleiche für die restlichen Gemeindeteile zu planen.

Ein weiterer Schritt in die digitale Zukunft wird nun in Zusammenarbeit mit dem Freistaat unternommen. Dieser will flächendeckend kabellosen Internetzugang (WLAN) einrichten und diese sogenannten Hotspots in jeder bayerischen Gemeinde mit je 2500 Euro finanzieren will. Für Egloffstein kommt hier vor allem das Freibad in Betracht, weil hier die meisten Gäste zusammen kommen. Außerdem erhofft sich die Gemeinde davon einen größeren Zuspruch von Gästen, was der Gemeindekasse zugutekommen würde.
Der Beschluss fiel einstimmig, einen Outdoor-Accespoint - eine Basisstation für kabellosen Empfang - mit dem "BayernWLAN" zu beantragen. Die Folgekosten werden mit jährlich knapp 800 Euro veranschlagt und sind von der Gemeinde zu tragen.

Nachdem nun der positive Bescheid zur Anerkennung der geschätzten Investitionssumme in Höhe von 470 000 Euro eingegangen ist, kann der Förderantrag eingereicht und damit der vorzeitige Baubeginn angegangen werden. Der Marktgemeinderat ermächtigte die drei Bürgermeister, den Auftrag für die Planungs- und Baugegleitungsleistung an das mindestbietende Planungsbüro zu vergeben.

Damit kommt die Gemeinde ihrem Ziel einer nachhaltigen energetischen Strom- und Warmwasserversorgung ein großes Stück näher. Denn mit dem geplanten Blockheizkraftwerk kam man im Sommer auch das Freibadwasser kostengünstig heizen.
Außerdem informierte Bürgermeister Förtsch die Räte, das er zusammen mit Dritten Bürgermeister Günter Polster (WEU) eine "dringliche Anordnung" erlassen hatte, mit der das Dach der Arztpraxis noch vor dem Winter dicht gemacht werden soll.

Deshalb rücken schon in der nächsten Woche die Handwerker an. Sie werden für den Baukran viel Platz benötigen, weshalb etliche Parkplätze hinter dem Haus belegt werden. Hintergrund der schnellen Aktion ist, dass Mitte September, beim Starkregen das Wasser in die Praxis gelaufen ist. Es gab Befürchtung, die wertvollen Gerätschaften könnten nass werden.